Pankapu

Traumwächter Pankapu muss die Welt Omnia vor der Alptraum-Invasion retten! Malerische Optik, knallharte Geschicklichkeitseinlagen und viele Extras haben uns in der PS4 Version erwartet, welche vor allem 90er Nostalgiker schwärmen lässt. 

 

Einer der Überraschungstitel der Gamescom 2017, welcher zunächst durch seine fantastische Grafik aufgefallen ist. Doch hinter der bunten Fassade versteckt sich eine derbe Herausforderung für alle Liebhaber der 90er, des Sammelns und Plattformen. Der erste Teil des episodischen Titels erschien bereits für den PC und mit der Veröffentlichung der PS4-Version, kam die zweite Episode gleich mit dazu.

 

Traumhafte Welten in einer traumhaften Erzählung

Die Story handelt von Djaha’rell, ein Kind, geplagt von Alpträumen. Zur Beruhigung wird die Geschichte von Pankapu erzählt. Die Traumwelt Omnia wird von den bösen Alptraumwesen angegriffen, weshalb der Traumkönig Iketomi einen Wächter erschafft, Pankapu! Während ihr also die Invasion zurückschlägt, begleitet jene (wirklich angenehme) Erzählerstimme eure Abenteuer. Doch völlig getrennt scheinen die Realität und die erzählte Traumwelt auch nicht zu sein…

Pankapu
 

Die Story erscheint anfangs sehr simpel gestrickt, doch mit dem Spielverlauf nimmt sie an Komplexität zu und spornt an, mehr zu erfahren. Im Spiel könnt ihr nämlich sogenannten Memolithe finden, welche Bruchstücke von drei verschiedenen Erinnerungssequenzen sind. Die einzelnen Fragmente können zu einer vollständigen Sequenz verbunden werden, welche mehr über die Geschichte verraten. Auf dem Silbertablet wird euch der Zusammenhang aber nicht geliefert, sodass ihr selber Vermutungen anstellen müsst, was es mit dem Gezeigten auf sich hat.

Überraschenderweise war der Abenteuerverlauf von Pankapu selber um einiges spannender. Die Geschichte nimmt einen teilweise nachvollziehbaren Verlauf, aber bleibt durch unerwartete Wendungen stets spannend. Animierte Sequenzen gibt es nur mit der Ingamegrafik oder mit Stills, welche jedoch wirklich fantastische Artworkbilder zeigen. Während Pankapu dabei still wie eine Maus ist, haben seine Begleiter umso mehr zu sagen. Ihr trefft beispielsweise auf die Schwestern Ohiti, Ohala und Ohoko, welche sich allesamt einzigartig anfühlen und dem Titel unterhaltsame, liebevolle Dialoge liefern.

 

Krieger, Bogenschütze und Magier vereint

Pankapu lässt lieber Taten sprechen und übernimmt die grobe Handarbeit! Gespielt wird in klassischer 2D-Sidescrolling Manier. Wir können Springen, Angreifen, Spezialmanöver ausführen und, je nach Ausrüstung, eine besondere Fähigkeit und Manöver einsetzen. Im Spiel sammelt ihr sogenannte Aegis, welche Pankapu neue Fähigkeiten, Eigenschaften und Bewegungen verleihen. Diese sind dabei an die Bekannten Klassen Krieger, Bogenschütze und Magier orientiert. Zu Beginn besitzt ihr nur den Krieger und sammelt im weiteren Spielverlauf die restlichen Aegis‘ ein. Zusätzlich werden euren Aegis‘ neue Fähigkeiten im Spielverlauf hinzugefügt, mit denen ihr neue Gebiete in einem Level erkunden könnt. Als Krieger könnt ihr euch später an magnetische Platten heranziehen, der Bogenschätze kann auf starken Winden gleiten und der Magier kann sich hinter tödliche Laserbarrieren teleportieren. Wer Megaman X oder Castlevania gespielt, wird in Pankapu einige Parallelen finden. Neue Gegenstände und Fähigkeiten eröffnen euch neue Möglichkeiten, um an versteckte Items und Power-Ups zu Pankapugelangen. Richtig knackig wird es, wenn ihr die Aegis‘ schnell und zielgerichtet wechseln müsst, um die Geschicklichkeitseinlagen zu bestehen! Besonders die späteren Level und Bosse fordern höchste Konzentration und bestrafen jeden noch so kleinen Fehler. Gewechselt werden die Aegis‘ flott über die Schultertasten.

Auf der übersichtlichen Overworld-Map wählt ihr nicht nur das nächste Level aus, sondern ihr könnt genau sehen, welche Items sich noch in dem jeweiligen Level verbergen. Für hartnäckige Sammler warten nämlich jeweils 100 sogenannter Mudjin pro Kapitel, kleine Geister und Bewohner von Omnia, welche in den einzelnen Levels versteckt sind. Für 25 gesammelte Geister gibt es ein Lebensfragment und vier Fragmente einen zusätzlichen Lebenspunkt. Euer Gaming-Sense ist gefragt, denn die Streuner sind teilweise verdammt gut versteckt und ihr müsst den einen oder anderen Sprung ins ungewisse wagen, um wirklich alle zu finden. Manche Collectibles, wie die sogenannten Mytholiths, haben besondere Konditionen, um sie freizuspielen (beispielsweise „Besiegt einen spezifischen Gegner X mal“) Leider ist das nicht klar und wird auch nicht erklärt, weshalb es schonmal zur Verwirrung kommen kann, wenn ihr verzweifelt die Map nach ihnen absucht.

Lag euer sechster Sinn mal falsch und ihre segnet das Zeitliche, ist das nicht so schlimm. In jedem Level gibt es mehrere, wirklich fair gesetzte Checkpoints, an denen ihr wieder mit vollem Leben spawned. Es gibt keine Strafe für das vorzeitige Ableben, ihr müsst einzig den seit dem Speichern gemachten Fortschritt erneut meistern, beispielsweise, die in der zwischenzeit gefundenen Mudjins erneut einsammeln. Die Level sind dabei vielfältig in ihrer Struktur und Optik. Tolle, abwechslungsreiche Gebiete erwarten euch, alle mit ihrer persönlichen Note und Herausforderung. Ein wahrer Augenschmaus! Akustisch ist der Titel exzellent vertont und bietet einen ebenso schönen Soundtrack. Auf die Dauer werdet ihr jedoch feststellen, dass er zwar immer passend träumerische oder actionreiche Klänge bringt, aber insgesamt recht wenig Abwechslung bietet.

 

Groß, fies und mit mächtig Schlagkraft

Die Gegner warten auf euch in Zahlen und Vielfalt. Dabei müsst ihr mit den verschiedenen Techniken eurer Aegis‘ und unterschiedlichen Strategien an die Horden herangehen, sonst klopfen sie euch wie ein zähes Schnitzel. Machen die ersten Gegner nur wenig Schaden, bringt euch fast jeder Treffer im späteren Spielverlauf innerlich zum Weinen; zusätzliche Lebenspunkte sammeln wird zur Pflicht!

Müsst ihr mit dem Schild des Kriegers blocken? Einen Dash mit dem Bogenschützen ausführen oder doch die Zeit mit dem Magier manipulieren? Die Gegner hinterlassen zwar keine Belohnungen, aber das Kampfsystem hat viel Spaß gemacht und war stellenweise richtig fordernd. Hin und wieder gab es einige besonders knifflige (fiese) Stellen, doch nach etwas rumprobieren mit den Fähigkeiten der verschiedenen Aegis‘ gab es immer eine kinderleichte Lösung.

Pankapu
 

Auf dicke Bossgegner dürft ihr euch ebenfalls gefasst machen! Die haben uns besonders gefallen, da jeder Bosskopf herrlich inszeniert war und eine einzigartige Strategie erfordert hat. Nach den Bosskämpfen gab es eine sogenannte Nebula, eine zusätzliche Kraft für Pankapu. Je nachdem, welche Nebula ausgerüstet ist, verändern sich Optik, spezifische Fähigkeiten und Aktionen eurer Aegis‘. Gewechselt wird sie mit dem Steuerkreuz oder dem rechten Analogstick, doch leider war das wechseln mit dem Stick mehr schlecht als recht und hat nur mühsam funktioniert. Einmalig gab es auch saftige technische Probleme. So hat ein Bosskampf mal gebugged und ließ sich nicht beenden. Ein Neustart hat das Problem aber schon behoben. Ansonsten lief der PS4 Titel (dessen PC Version bereits in den Genuss mehrerer Patches gekommen ist) herrlich flüssig.

Nach knackigen 12 Stunden haben wir dann beide Episoden durchgespielt, doch haben noch viele Mudjins und Gegenstände gefehlt, bis wirklich alles erspielt gewesen wäre. Obendrauf wird nach jedem absolvierten Kapitel der Time Trial-Modus für die jeweiligen Level verfügbar. Hier müsst ihr ein Level in der schnellstmöglichen Zeit beenden, um den Goldrang zu erreichen. Klingt einfach, aber auch hier zeigt der Titel keine Gnade und verlangt Höchstleistungen. Den allerletzten Feinschliff hätte dem Spiel ein Bossrush- und Hard-Mode verliehen.

Pankapu
 Pankapu Wertung der Redaktion: 

94/100

  • Publisher: Playdius, Plug In Digital
  • Getestet auf: PS4
  • auch für: PC
  • Preis: 11,99€

 

 

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29/30 Technik + traumhaft schöne Grafik bei flüssiger Framerate
+ liebevolle inszenierte Figuren
+ angenehmer Soundtrack und gute  Vertonung
- extrem selten technische Probleme 
28/30 Umfang + ordentliche Spieldauer von 12 Stunden
+ sehr viele Items zum Sammeln und Finden
+ Time Trial-Modus
+ vielfältige Gegner und Bosse

- leider kein Bossrush- oder Hard-Modus
28/30 Gameplay + herausfordernde 2D-Sidescrolling Action
+ drei einzigartige Klassen mit jeweiligem Moveset
+ spannende Geschichte
+ knackiges Plattforming bei fairer Schwierigkeit
- Wechsel der Nebula-Kräfte über den Stick ist recht holprig
9/10 Spezifisch + fantastische Optik, Figuren- und Leveldesign
+ abwechslungsreiche Level, Geschicklichkeitseinlagen, Gegner und Bosse
+ sehr gutes Preis/Leistungs-Verhältnis

- vereinzelte Collectibles der Overworld-Map können verwirrend sein  
Fazit:

Pankapu

Reviewed by on

Pankapu ist ein rundum fantastisches Spiel, dessen seltene und kleine technischen Mängel in einer herrlichen Optik, langlebigen Spieldauer und dem actionreichem Gameplay untergehen. Die Geschichte bietet überraschend viel Unterhaltung und bleibt bis zum Schluss spannend. Die herausfordernden Geschicklichkeitseinlagen der abwechslungsreichen und traumhaft schönen Level werden von vielfältigen Gegnern und epischen Bosskämpfen abgerundet. Dank des äußerst fairen Speicher- und Checkpointsystems, wird der Titel nie zu frustrierend. Versteckte Gegenstände zum Sammeln und stärker werden spornen dabei den Entdeckertrieb an, welcher dank der übersichtlichen Overworld-Map voll zum Einsatz kommen kann. Ein toller, wenn auch leicht monotoner Soundtrack verleiht den liebevollen Dialogen und den hitzigen Gefechten dabei stets die passende Vertonung. Für wenig Geld bekommt ihr mit Pankapu ein sehr hochwertiges Spiel, welches obendrauf mit einer üppigen Spieldauer, toller Inszenierung und vielen Feature überzeugt. Klare Kaufempfehlung!

Rating: 94 out of 100

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Geschrieben von

Seit über 3 Jahren darf ich mich schon Mitglied in der Redaktion von ZATC schimpfen und durfte News, Reviews und anderen Schabernack schreiben. Als Kind der legendären 90er waren Klassiker à la Final Fantasy , Metal Gear Solid und The Legend of Zelda meine treuen Weggefährten. Über Bioshock und Knights of the Old Republic ging es dann langsam auch zum PC. Die Skepsis gegenüber Spielebewertungen und fragwürdig positiven Reviews wurde mit dem Alter immer größer, weshalb letztlich die Entscheidung getroffen wurde, selber etwas zu unternehmen. Mit der festen Überzeugung, dass wir für unser Geld auch entsprechende Unterhaltung kriegen sollen, ist für mich ein gutes Preis/Leistungsverhältnis wichtig. Halbfertige Spiele, faule Sequels und gebrochene Spielmechaniken zum Release gehören für mich bei kleinen, genauso wie bei großen Titel abgestraft, was die Bewertung angeht. Wenn Entwickler und Publisher unser hart verdientes Geld wollen, sollen ihre Spiele das auch wert sein.

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