Hatred – kritische Auseinandersetzung mit dem Thema Gewalt…not

Ein Spiel, dessen einziges Ziel es ist, so viele (unschuldige) Menschen  zu töten wie nur möglich bedient genau jene negativen Vorurteile über Videospiele, mit denen wir Spieler und Spielerinnen seit Jahren kämpfen müssen. Auch wenn es nicht stimmt, dass der Grund für einen Amoklauf in gewalttätigen Videospielen liegt, dieses Spiel macht mich wütend, richtig wütend.

Im Mittelpunkt von Hatred steht ein namenloser Charakter der Spaß daran hat unschuldige Menschen zu töten und das auf brutalste Weise. Hintergründe, oder so etwas wie eine Geschichte, gibt es nicht. Besonders perfide ist dabei die Tatsache, dass grausame Hinrichtungen am Boden liegender Zivilisten dem Spieler mehr Lebenspunkte verleihen. Spielerisch zeigt sich außerdem graues Mittelmaß. Das Spiel dauert knapp 6 Stunden. Stunden die sehr linear verlaufen und spielerisch nichts neues oder gar außergewöhnliches zeigen. Die Grafik ist detailarm und die Aufträge (Quests) gehaltlos.

They (humans) don’t deserve a natural death

Warum also ist Hatred zu so einem riesen Thema geworden? Hatred provoziert. Auf verachtende und herablassende Art und Weise im angeblichen Schutz der Political Correctness der Spielebranche. Jedlichen Anstand über Board geworfen, werfen die polnischen Entwickler ein Spiel auf den Markt, dass man eigentlich ignorieren will, aber irgendwie nicht kann.

Warum ich nicht über Hatred schreiben will
Eigentlich sollte man Hatred als 0815 Titel abstempeln und sich sogleich wichtigen Dingen widmen. Die anfänglichen Hoffnungen hinter der Fassade des Spiels steckt ein durchdachter Clue, eine selbstironische Ader oder gar seriöses Aufarbeiten der Gewaltproblematik, hat man nach den ersten Spielminuten gänzlich abgelegt. Den Entwicklern geht um pure Publicity und bares Geld. Diese Publicity hätten sie sich nicht verdient.

Warum ich nicht über Hatred schreiben sollte
Aufmerksamkeit führt zu medialer Berichterstattung, führt zu neugierigen Spielern, führt zu mehr Verkäufen, führt zu Geld. Je mehr man darüber berichtet, desto mehr wird das Spiel zum Thema. Nun ist es aber mittlerweile so, dass das Interesse ein so großes Ausmaß angenommen hat, dass ich es als Aufgabe sehe Dinge aufzuklären und richtigzustellen:

Warum ich über Hatred schreiben muss und deshalb eigentlich auch will
– und was GTA damit zu tun hat

Weil absolut keine sinnvolle Aussage hinter Hatred steckt. Weil es reine Verherrlichung von Gewalt darstellt. Keinerlei durchdachte Provokation, sondern reine Idiotie verpackt in einem stumpfsinnigen Spiel. Weil man mit dem Thema Gewalt in Videospielen respektvoller und kritischer umgehen kann, soll und muss. Kurz: Weil echte Provokation anders aussieht. Wer jetzt mit In anderen Spielen gibt’s doch auch Gewalt Argumenten kommt, hat noch nicht ganz verstanden, dass das Ausmaß an Menschenhass und Verachtung in keinem Spiel derart propagiert und zelebriert wird wie in Hatred. Gewalt ist ohne Frage ein heikles Thema. Auf der einen Seite sind wir fasziniert davon, in der digitalen Welt Dinge tun zu können , die wir im echten Leben nie erleben würden. Sei es wie in Far Cry mit einem Wingsuit vom Gipfel eines Berges springen, oder eben Drogendealern in GTA mit dem Maschinengewehr zeigen wo der Hammer hängt. Auf der anderen Seite – und das ist der springende Punkt bei Hatred – sollte diese Gewalt mit Respekt behandelt und in einem halbwegs glaubhaften und akzeptablen Rahmen verpackt werden.

Verbot in Deutschland und Australien

Spielermeinungen gehen bei Hatred weit auseinander. Manche verurteilen das Spiel, andere feiern es. Tatsache ist, die Entwickler haben es aus den australischen und deutschen Stores genommen – aus Angst vor rechtlichen Konsequenzen. In Amerika hat es die höchst mögliche Einstufung Adults Only erhalten und die Spieleplattform GOG weigert sich Hatred in den Store aufzunehmen. Wir wollen uns an dieser Stelle von Hatred distanzieren und finden, die Spieleindustrie hat besseres verdient.

Also liebe Hatred Entwickler:

fry

Geschrieben von

Meine Gamer Karriere begann damals auf dem guten alten N64. Seit dem hat sich einiges verändert! Ich versuche aber auf jeden Fall immer offen für Neues zu sein und nie das Interesse und die Lust am Zocken zu verlieren, aber hey, so schwer ist das ja gar nicht.

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