Unreal Engine 4 am Developer Day @CEGC

Vielen von euch wird beim Start des ein oder anderen Games schon das Logo von Unreal Engine aufgefallen sein. Aber warum verwenden die Entwickler ausgerechnet diese Spiel-Engine? Auf der Central European Games Conference widmete sich der Developer Day dieser Frage und stellte einige Features der Unreal Engine vor.

Bereits im Jahr 1998 wurde die erste Version von Unreal Engine von Epic Games veröffentlicht und erste Spiele wie Unreal Torunamen und Deus Ex kamen auf den Markt. Es folgten mehrere Versionen der Spiel-Engine, die uns Titel wie Bioshock, Splinter Cell, Mass Effect, Gears of War, Borderlands, Life is Strange oder Rocket League bescherten. Mittlerweile befindet sich Unreal Engine in der vierten Version und Games wie EVE: Valkyrie und Dead Island 2 sind in der Mache. Viele gute Spiele und somit auch viele gute Gründe um sich die Unreal Engine etwas genauer anzusehen. Genau das wurde am Developer Day der Central European Games Conference 2016 gemacht.

Fünf verschiedene Vorträge warum man Unreal Engine 4 verwenden sollte, was sich in den letzten Jahren getan hat und was man beim Entwickeln von Mobile-Games mit Unreal Engine beachten muss, wurden vorgetragen. Auch gab es Spielevorstellungen von neuen Games wie „Rest House“ und einen Vortrag, wie man eigene Pakete der Unreal Engine Community über den Marketplace zur verfügung stellt. Insgesamt konnte man sich durch die Vorträge einen guten Überblick schaffen, was Unreal Engine ist und kann. Besonders im späteren Programm wurde aber sehr viel auf die technischen Feinheiten eingeangen, die besonders Programmierer interessieren. Als „einfacher Gamer“ der mit der Technik nichts am Hut hat, waren diese Vorträge dann allerdings doch zu speziell.

Central European Games Conference Vorträge im Unreal Engine Track am Developer Day
 

Aber beantworten wir doch erstmal folgende Frage: Was ist Unreal Engine 4 und was kann es?
Unreal Engine 4 ist ein kostenloses Tool für Spiele-Entwickler und enthält sowohl eine Grafik-Engine wie auch eine eigene objektbasierte Programmiersprache, das UnrealScript. Zusätzlich dazu gibt es noch jede Menge Zusatzpakete wie den Leveleditor UnrealEd. Es kommen auch regelmäßig neue Pakete, die bestimmte Features implementieren. Viele Plugins, wie zum Beispiel Behavior Trees oder eine Kommentarfunktion für den Fall, dass mehrere Programmierer gleichzeitig arbeiten, sind bereits in das Basisprogramm integriert, so dass nicht allzuviel nachgekauft werden muss. Fehlt doch einmal etwas spezielles, dann gibt es den Marktplatz, auf dem Entwickler nicht nur Skripte und Plugins von anderen erwerben, sondern auch selbst vertreiben können. Weitere Vorteile von Unreal Engine ist die starke Community, die ständig zum Source Code beiträgt und die Tatsache, dass Bugfixes schnell in das Programm integriert werden. Auch kann man theoretisch die komplette Engine an seine eigenen Bedürfnisse anpassen und umprogrammieren. Das wird allerdings nicht umbedingt empfohlen, da es auch bedeutet, dass sämtliche Plugins und Module an den eigenen Code angepasst werden müsssen.

Martin Pernica von Grip Digital stellte einige Features vor, die in den letzten zwei Jahren in Unreal Engine implementiert wurden. Darunter Verbesserungen wie Skylight, Distance Field Ambiente oder Full Screen Particle Collision with Mesh Distance Field. Klingt alles sehr kompliziert, trägt aber alles dazu bei, dass Spiele auf PC, PS4 und XBoxOne atemberaubend aussehen. Um das ganze ein wenig anschaulicher zu machen, ein paar Beispiele: Das Dynamic Light Feature wird verwendet, um einen realistischen Tag/Nacht-Zirkel zu simulieren. Von Sonnenauf- bis Untergang und die komplette Nacht werden realistisch dargestellt. Es gibt eigene Packages für Haare, Augen und Kleidung, da sich dieses „Material“ ganz anders verhält. Durch all diese Verbesserungen in den letzten Jahren sehen die Games heute um einiges realistischer aus. Selbstverständlich trifft dies nicht nur auf die Unreal Engine zu. Es gibt noch viele andere Game-Engines, wie Unity oder CryEngine die besonders für 3D-Games ausgelegt sind.

 

Neue Features von Unreal Engine 4 @ Central European Games Conference

Einige neue Features von Unreal Engine 4

 

Aber nicht nur Tripple A-Games werden mit Unreal Engine entwickelt. Einen Vortrag zur Entwicklung für Mobile-Games mit der Unreal Engine hielt Jiří Dočkal von Bohemia Interactive. Dabei zeigte er sein demnächst angekündigtes top-down shoot’em’up Mobile-Game Airmageddon und ging besonders auf die Details ein, die man beim Programmieren für verschiedene Mobiltelefone bedenken muss. Viele technische Details müssen beachtet und einige Tricks angewandt werden. So kann man Flug-Animationen durch Path Following Plugins ersetzen um die Ressourcen gering zu halten. Auch hilft es, wenn man sein Spiel auf einem heißgelaufenem Smartphone austestet.

Mobile-Games mit Unreal Engine 4 entwickeln @ Central European Games Conference
 

Rest House, ein Spiel vom Serbischen Studio Don Quichote, wurde mit Unreal Engine 4 entwickelt. Es handelt sich dabei um ein First Person Puzzle Game, welches von Bioshock inspiriert wurde. Wer sich Rest House anschauen möchte, kann dies über die täglich um 22 Uhr stattfindenden Live-Streams tun. Da wird das Spiel nämlich vom Entwickler Marko Kacanski vorgestellt. Wer zuschaut bekommt übrigen einen Link, der gleich zum Spiel führt, so dass man auch selbst ausprobieren kann.

Besonders für Entwickler war der Developer Day der Central European Games Conference sehr interessant. Man konnte viel neues über Unreal Engine 4 lernen und im anschließenden Panel noch Fragen stellen und mit den Vortragenden reden.

Geschrieben von

Irgendwann hab ich dann meine Freunde Indi, Lara und den Barbaren von Diablo II zurückgelassen um mich erwachsenen Themen zu widmen: Meiner ersten Liebesbeziehung mit Link. Sinneserweiternde Trips durch bunte Tunnel mit Rayman. Und natürlich meiner Karriere: 150 Pokémon, ja das sind wirklich viel. Doch ich will Pokémon Meister sein. Das ist mein Ziel!

Keine Kommentare bis jetzt.

Hinterlasse eine Antwort.