The Crew

Wer schon immer mal in schnellen Autos mit seinen Freunden durch die Vereinigten Staaten reisen wollte hat mit The Crew nun eine kostengünstige, digitale Alternative. Aber nicht nur für Roadtrips durch das Land der unbegrenzten Möglichkeiten eignet sich der MMO-Racer. Mit einer Mischung aus RPG und Rennspiel weiß The Crew sich von der Masse der Rennspiele abzuheben, im Guten wie im Schlechten. Der Umfang des Spiels kann sich jedenfalls sehen lassen.

Alle, die gerne die Straßen der USA befahren und entdecken möchten, sollten wissen, dass es sich bei der umfangreichen Karte in The Crew um eine abgeänderte und logischerweise verkleinerte Version des Landes handelt, sonst wäre das Spiel wohl mehrere Terabyte groß. Leider bedeutet diese Abänderung nicht nur weniger Fläche und Kleinstädte, sondern auch eine veränderte Geographie. So wirkt die Karte an manchen Stellen etwas verzogen oder ausgeweitet, während an anderen Stellen ganze Städte wie Minneapolis fehlen. Auch ist die Map nicht in die einzelnen Bundesstaaten unterteilt, sondern lediglich in fünf große Gebiete: die Ostküste, den Mittleren Westen, die Südstaaten, die Mountain States und die Westküste. Spieler, die sich nur wenig in den Vereinigten Staaten auskennen, werden kaum wissen in welchem Bundesstaat sie sich gerade befinden, es sei denn sie fahren gerade durch New York, Dallas oder eine der anderen Großstädte. Das Spiel sollte also nicht zum Lernen für eine Prüfung in Geographie herangezogen werden. Ansonsten bietet sich dem Spieler eine weitläufige und detailreiche Karte, für deren Durchquerung von der Ost- zur Westküste eine gute Stunde eingeplant werden sollte. The Crew3

Je nach Gelände und Wagen kann diese Zeit aber ziemlich variieren. Da längere Ausflüge auch langweilig werden können wird der Spieler für eine Vielzahl von Aktionen belohnt. Für das Fahren gegen den Verkehr, Sachbeschädigung, Überholmanöver, Drifts oder Sprünge gibt es Kleinbeträge, die jedoch durch den Multiplikator gesteigert werden können. So ist man stets bemüht möglichst abwechslungsreiche Aktionen zu setzen, während man sich auf sein Ziel zubewegt. Auf dem Weg fallen aber auch viele Kleinigkeiten, wie eine brennendes Haus, Einsatzfahrzeuge, Flugzeuge, große Baumaschinen bei Steinbrüchen und Tiere, auf und ermutigen damit zu weiteren Ausflügen. Insgesamt wirkt die Landschaft meist sehr lebendig, so lassen sich auch viele Gegenstände auf dem Weg zerstören, Fußgänger verscheuchen und selbst in den The Crew2Getreidefeldern bewegt sich das Korn, wenn wir hindurchfahren. Da verzeiht man leicht die eine oder andere unscharfe Textur und das plötzliche Erscheinen mancher Gegenstände oder Fahrzeuge, vor allem wenn man sich die Fülle der befahrbaren Welt vor Augen hält. Soundtechnisch hält sich das Spiel auch eher im akzeptablen Bereich, dank mehrerer Radiosender fällt dies aber nicht weiter ins Gewicht.

Sehr wichtig und oft gebraucht sowohl für Entdeckungsfahrten, wie auch für gezielte Reisen ist die Karte. Auf ihr lässt sich nicht nur die momentane Position, dank mehrere Zoomstufen, genau bestimmen, es können auch Missionen gestartet und Schnellreiseziele ausgewählt werden. Dabei können aber nicht nur vorgegebene Orte zur Schnellreise verwendet werden, sondern jeder auf der Karte aufgedeckte Punkt. Ob auf der Spitze eines Berges, mitten in der Stadt oder irgendwo im Wald. Nur Flüsse und tiefe Gewässer bilden die Ausnahme. Der Punkt der Schnellreise ist noch dazu sehr präzise auswählbar, da die Zoomstufen der Karte von einer Ansicht der gesamten USA bis zur Betrachtung des eignen Wagens von oben reichen. Zwar sind mit diesem Feature geringe Ladezeiten verbunden, die jedoch leicht verschmerzbar sind.

Ein Wagen und eine Crew

Wie in MMOs üblich sind wir nicht allein in den Staaten unterwegs, es sei denn die Server haben wiedereinmal entschieden, dass Einsamkeit auch sehr entspannend wirken kann. Wohlgemerkt lässt sich das Spiel ohne Internet nicht starten, doch immerhin haben Serverprobleme so gut wie nie einen abrupten Abbruch des Spiels zur Folge, man fährt lediglich alleine weiter. Im Normalfall fahren aber überall andere Spieler herum, bestreiten Rennen oder treten über den PvP-Modus gegen einander an. Mit eben diesen Spielern, aber auch mit Freunden lässt sich nun eine Crew bilden, also eine Gruppe aus The Crew1maximal vier Leuten, die zusammen herumfahren, Aufgaben oder auch Missionen bestreiten. Die meisten Haupt- und Nebenmissionen lassen sich mit einer Crew bewältigen, in manchen ist man jedoch auf sich allein gestellt. Tritt man als Crew an die Startlinie ändert sich an der Mission selbst gar nichts, außer, dass bis zu vier statt nur einem Spieler an dem Rennen oder sonst einer Aufgabe teilnehmen. Wer aus der Crew nun das Rennen gewinnt ist egal, es müssen nur alle Mitglieder in einer bestimmten Zeit nachfolgen, sobald der erste die Ziellinie überquert hat. Vor allem für Gelegenheitsfahrer dürfte das Voranschreiten in der Story so um einiges erträglicher gemacht werden. In The Crew zählt aber nicht nur das Können der Fahrer, sondern auch das Level des Fahrzeugs. Obwohl die Auswahl der Fahrzeuge nicht übermäßig groß erscheint verlockt das Angebot dennoch zu einer raschen Erweiterung des eignen Fuhrparks. An dieser Stelle sollte aber ebenfalls erwähnt werden, das die optischen Erweiterungen für die Fahrzeuge dafür sehr wohl eine große Auswahl, wenn auch mit oft sehr ähnlichen Teile, bieten. The Crew5

Der Kauf eines neuen Wagens sollte jedenfalls gut überlegt sein, denn das Fahrzeug an sich ist nicht, wie in anderen Rennspielen, ausschlaggebend für Sieg oder Niederlage bei einem Rennen. Es geht viel mehr um das Level des Wagens, also um dessen Werte, die sich bei allen Fahrzeugen extrem steigern lassen. Diese Tatsache dürfte auf Fans von Simulationsrennspielen eher abschreckend wirken, auch wenn sich die Fahrphysik in verschiedenen Schwierigkeitsgraden einstellen lässt. Ein neu gekauftes Fahrzeug würde ohne den zusätzlichen Erwerb eines Starterkits, das die Standardwerte und das Level gleich um einiges nach oben schraubt, keine Chance gegen den mehrfach verwendeten alten Wagen haben. Auch rein finanziell ist ein Autokauf gut zu überlegen, den die späteren Modelle sind alles andere als günstig, ebenso wenig wie ihre Aufwertung. Hinzu kommt aber noch, dass neben dem Level des Fahrzeugs noch eine Fahrerstufe existiert, die nach und nach erst die verschiedenen Typen Straße, Gelände, Perf, Rally und Rennen freischaltet, genauso wie die höhere Starterkits. Selbst mit viel Geld könnten weder brauchbare Starterkits gekauft, noch die hochwertigen Bauteile in das Fahrzeug eingebaut werden, wenn die Fahrerstufe fehlt. Im Grunde geht es also ständig um die Aufwertung der Fahrzeuge und der Fahrerstufe, damit ein Rennen gewonnen werden kann.

Land der unbegrenzten Aufgaben

Um einen Wagen in Level und Werten zu verbessern bedarf es einiger Bauteile. Diese sind in verschiedene Kategorien, wie Bremsen, Motor, Gewichtsreduktion usw., eingeteilt und entweder beim Tuner zu kaufen oder in unterschiedlichsten Aufgaben und Storymissionen zu erwerben. Bevor eine Aufgabe begonnen wird können mehrere Informationen, darunter der nötige Fahrzeugtyp (Straße, Gelände, Rally usw.), das empfohlene Fahrzeuglevel und die Belohnung, eingesehen werden. Auch kann die Aufgabenstellung hier nachgelesen werden, die von einem simplen Rennen, über das Entkommen vor Verfolgern bis hin zu dem Zerstören eines anderen Fahrzeugs reichen kann. Ist man ohne Crew unterwegs können hier außerdem die anderen Spieler der Lobby über eine spielinterne Schnelleinladung zum Rennen hinzugezogen werden. Dabei werden alle Spieler gefragt, die dann innerhalb einer kurzen Frist zusagen müssen um an der Mission teilzunehmen.

Kleiner Aufgaben, sogenannte Test, in denen es um Sprünge, Slalomfahren oder ähnliches geht können auch zufällig während der Fahr durch die Staaten gefunden und spontan aktiviert werden. Eine Unmenge dieser Tests ist über die gesamte Karte verteilt und ermöglichen es selbst bei einer Reise von Ortschaft zu Ortschaft Erfahrungspunkte und Geld zu sammeln. Bei Versagen können diese Tests aber auch bequem neugestartet oder über die Karte ausgewählt werden. Doch die Möglichkeiten der Beschäftigung sind damit noch nicht ausgeschöpft. In den Vereinigten Staaten gibt es einen Haufen Sehenswürdigkeiten zu besuchen, sowie Radarschüsseln und geheime Autoteile zu finden. Und ganz nebenbei laufen noch jede Menge Herausforderungen, die es zu erfüllen gilt. Diese reichen von zurückgelegten Kilometern über gefundene Orte zu demolierten Gegenständen. Es scheint fast unmöglich sie alle jemals vollständig zu bekommen. Jeden Monat gesellt sich dann noch eine neue Challenge dazu, die eine kleine Geldprämie abwirft.

The Crew4Obwohl von Anfang an die gesamte Karte befahrbar ist schreiten mit dem Verlauf der eher dürftigen Story auch die freigeschalteten HQs und Personen voran. Im HQ lassen sich Fahrzeuge, wie Missionen und der Fortschritt verwalten, ebenso wie Vorteile gekauft werden können. Jede erreichte Fahrerstufe bringt auch einen Vorteilpunkt mit sich, den wir bei einer der fünf Personen einsetzen können um gewisse Extras zu bekommen. Mehr Erfahrungspunkte und Geld in den Rennen, billigere Teile oder bessere Bremswerte sind nur ein Teil der Möglichkeiten die hier freigeschaltet werden können. Hier lässt sich auch eine Ideallinie für die Rennen freischalten, die jedoch sehr unfertig wirkt, da sie öfters durchs Gemüse führt und die farblichen Hinweise auf die Idealgeschwindigkeit nicht ganz stimmig sind. The Crew bietet jedenfalls einen großen Umfang und viel Abwechslung, weshalb über die mancherorts mäßig schöne Optik und die kleinen Fehler leicht hinweggesehen werden kann.

 

The Crew
141211-TheCrew Wertung der Redaktion: 77/100

  • Publisher: Ubisoft
  • Getestet auf: PS4
  • Preis: 59,99€
  • Reviewed von: Niels Cimpa

Am 13. Dezember 2014

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11/20 Technik + Weitsicht
+ Kartenzoom
+ Abwechselnde Umgebung
- Mäßige Grafik
- Teilweise schwache Texturen
- Ladezeiten von Texturen
20/20 Umfang + Rießige Karte
+ Unzählige Aufgaben und Herausforderungen
+ Lange Spielzeit
+ Viele Orte und Städte
17/20 Gameplay + Aufgabenvielfalt
+ Spaßiges Fahrerlebnis
+ Mit Freunden fahren
+ 5 Kameraperspektiven
- Rennenergebnis stark vom Fahrzeuglevel abhängig
- Kleine Fehler
29/40 Spezifisch + Umfangreiches optisches Tunen (+5)
+ Schnellreise überall hin möglich  (+12)
+ Viele reale Sehenswürdigkeiten (+4)
+ Schnelleinladung anderer Spieler (+3)
+ Fahrphysik einstellbar (+5)
- Fehlende Städte (-1)
- Nicht in die einzelnen Staaten unterteilt (-1)
- Banale Story (-5)
- Onlinezwang (-4)

Fazit:

The Crew

Reviewed by on

Auch wenn The Crew nicht zu den Toptiteln gehört was die Grafik angeht, so weiß es doch mit Umfang und Aufgabenvielfalt zu überzeugen. Ob Entdeckungsfahren durch die Staaten, Storymissionen oder das gezielte Erfüllen der Masse an Herausforderungen, es gibt immer was zu tun. Kleinere Aufgaben, geheime Autoteile und die Kombination von Stunts und waghalsigen Aktionen zur Steigerung eines Kleinbetrags samt Multiplikator machen selbst längere Ausflüge durch die USA unterhaltsam. Da sich The Crew als MMO-Rennspiel versteht, ist man nie allein und kann zusammen mit Freunden, aber auch Fremden, Missionen meistern oder gegeneinander antreten. Zusätzlich fliest sehr stark das RPG-Element des Wagenlevels mit ein, von dem Sieg oder Niederlage bei einem Rennen stark beeinflusst werden. Außerdem gibt es viel zu sehen, jede Menge Städte zu bereisen und massenhaft Kleinigkeiten freizuschalten. Die Möglichkeit über die Karte selbst an einzelne Gebäude heranzoomen und an jeden Punkt schnellreisen zu können, macht trotz der Größe der Karte ein schnelles Vorankommen möglich, solange der gewünschte Ort schon besucht wurde. Leider wirkt die Karte der Vereinigten Staaten teilweise ungenau und verzogen, oft fehlen ganze Städte, wie zum Beispiel Minneapolis. Außerdem sind die USA nicht in die einzelnen Staaten, sondern in fünf große Gebiete unterteilt. Auch wenn immer wieder kleine Fehler oder immerhin erträgliche Ladezeiten auftreten, bietet The Crew doch für viele Stunden Unterhaltung und einen Umfang der seines Gleichen sucht.

Rating: 77 out of 100

So testen Wir

 

Geschrieben von

Seltsamerweise (und entgegen meiner Kollegen) habe ich spieltechnisch den PC nie wirklich für mich entdecken können. Lediglich Strategiespiele, vor allem die Total War Reihe, habe ich der Kontrolle einer Maus unterworfen. Natürlich war die Hardware eines neuen PCs in den letzten Jahren sehr verlocken, während die Konsolen mit ihren 512 MB RAM grafisch immer mehr ins Hintertreffen gerieten. Umso mehr erfreue ich mich nun an der PS4 und der Tatsache, dass ein Standard PC für mich völlig ausreicht.

2 Antworten zu "The Crew"

  1. GehtEuchNixAn sagt:

    Im großen und ganzen bin.ich mit der Bewertung einer Meinung.
    Das ‚Fehlende Städte‘ und ‚Nicht in einzelne Staaten unterteilt‘ negativ gewertet wird ist meiner Meinung nach kleinlich. Ausserdem ist es, finde ich zumindest, logisch das dass Fahrzeuglevel Einfluss hat.

    • Niels Cimpa sagt:

      Freut mich, dass du großteils einverstanden bist! Was die anderen beiden Punkte betrifft: Ich wollte die fehlenden Städte und die Unterteilung in Gebiete bei den Punkten klar sichtbar haben, weil es bei The Crew immerhin darum geht die ganzen USA befahren zu können, hab aber nicht viele Punkte dafür abgezogen (nur zwei insgesamt). Und wegen dem Fahrzeuglevel: Es wirkt sich sehr stark auf das Rennergebnis aus und das führt dann zu teils kaum schaffbaren und auf der anderen Seite zu viel zu einfachen Rennen.
      Aber ein Review ist und bleibt ein subjektiver Eindruck vom Spiel, also ist es vollkommen klar, dass nicht jeder dem Endergebnis zustimmen wird… Freue mich aber immer über konstruktive Kritik!

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