Der Metroidvania-Markt ist mittlerweile groß und unübersichtlich geworden. Man trifft hier auf viele auswechselbare Titel. Auf der diesjährigen Gamescom haben wir ein Metroidvania angespielt, welches nicht sich selbst auswechseln lässt, sondern den Spieß umdreht und die Rollen von Gut und Böse vertauscht. In Carrion seid nämlich ihr das Monster und stiftet in einem geheimen Untergrundlabor Unruhe. Wie sich Carrion spielt und welche Motivation hinter dem Titel aus dem Hause Devolvers steckt, verraten wir euch in unserem Hand’s-On-Beitrag.

Carrion
Bild: Devolver

Carrion – Werde zum Monster

In Carrion spielt ihr ausnahmsweise mal nicht die Guten. Stattdessen seid ihr ein gefährliches Experiment, welches aus seinem Versuchskäfig ausbricht und hungrig durch die Gegend schleimt. Denn die zunächst kleine Biomasse möchte Wachsen und mächtiger werden. Und das tut ihr auch! Mit euren Tentakeln glibbert ihr durch Gänge und Labore und könnt mit ihnen die verängstigten Wissenschaftler fangen und fressen. Je mehr ihr fresst, desto größer werdet ihr. Ein ganz wichtiges Spielelement in Carrion. Die Steuerung der Biomasse fühlt sich gut an. Ihr seid schnell und ekelig, so wie es sich für ein wahrlich furchterregendes Monster gehört. Die leichten Horror Sounds passen perfekt dazu, sind für euch aber kein Grund zum Gruseln, denn schließlich seid ihr selbst der Grund zum Gruseln.

Bild: Devolver

Fressen und Wachsen

Im Laufe des Spiels fresst ihr nicht nur die armen Wissenschaftler und Sicherheitsbeauftragte, ihr befreit auch hin und wieder ein bisschen Biomasse und bekommt dadurch Fähigkeiten dazu. Diese sind stark an eure Körpergröße gekoppelt und ermöglichen dadurch komplexe Rästel innerhalb der Level. Als kleine Biomasse könnt ihr z.B. ein Netz schießen, welches Gegner fangen kann und Hebel erreichen, die außerhalb der Reichweite liegen. Die mittlere Größe kann einen Dash machen, mit dem ihr durch Holzwände brechen könnt. Was die maximale Größe kann, verraten wir euch hier aber noch nicht. Durch das fressen von Gegnern wachst ihr, nehmt ihr Schaden, dann verliert ihr Biomasse. Aber keine Angst: hier muss nicht gegrindet werden. Ihr könnt eure Biomasse am Anfang des Levels immer wieder auf das Maximale aufladen oder eure Biomasse an bestimmten Stellen in Säcken ablegen, um sie dort später wieder abzuholen.

Bild: Carrion

Wer kommt denn auf sowas?

Das ist eine gute Frage? Wir haben uns mit dem Entwickler von Carrion unterhalten, der nicht nur die Programmierung und Grafik des Spiels gemacht hat, sondern sich auch um den Sound kümmert. Er hat uns seine Motivation dieses Spiel zu machen verraten. Als Fan des 80’er Jahre Horrors, insbesondere solcher Filme wie Alien, war es für ihn naheliegend ein Spiel in seinem Lieblingsgenre zu machen. Und wieso spielt man dann ein Monster? Auch hier war Alien eine Inspiration. Denn in einem Spiel wie Alien vs. Predator in die Rolle des Antagonisten zu schlüpfen hat ihm dermaßen Spaß gemacht, dass auch das eigene Spiel dieses Feature enthält. Die klare Pixelgrafik und das flüssige Gameplay gefallen uns sehr. Der Tentakelsound ist übrigens der Klang eines USB-Kabels, welches man durch die Luft gepeitscht hat.

Bild: Carrion

Carrion ist derzeit noch in Entwicklung. Auf welchen Platformen wir Carrion erwarten dürfen, können wir zu diesem Zeitpunkt noch nicht sagen. Als Altersfreigabe wird übrigens die 12 angestrebt. Sicher ist aber, dass wir im zweiten Quartal 2020 in Carrion in die Rolle des Monsters schlüpfen dürfen. Wer jetzt schon Lust auf ein gutes Metroidvania hat, kann mal einen Blick auf unseren Test zu Bloodstained werden.

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