Crysis 3

Crysis 3 liefert genau das, was man erwarten durfte, eine Spielwelt so schön und realistisch, dass man das Wörterbuch hernehmen muss um neue Adjektive zu lernen, aber eine Story die ein wenig zu oberflächlich bleibt und vieles offen lässt. Vor allem weil es sich um das Serienfinale handelt, hätte man durchaus mehr aufklären können, zu viele Fragen bleiben unbeantwortet, leider! Denn Crysis 3 hätte mit einer mitreißenden Story ein umwerfend guter Shooter werden können, so ist es “nur” ein umwerfend gutaussehender Shooter.

 

Grafik top…

Optisch gesehen bietet Crysis 3 mit der CryEngine 3 nämlich genau das, was man erwarten darf. Eine atemberaubende Kulisse, traumhaft animierte NPCs, eine perfekte Beleuchtung an allen Ecken und Enden. Das bedeutet natürlich auch eines, das ist mit Sicherheit kein Spiel für das Notebook für unterwegs. Das Spiel verschlingt einiges an Rechenleistung, vor allem wenn man die Einstellungen an ihre Grenzen treibt. Was die Einstellungen angeht, hat man sehr viel Narrenfreiheit, es gibt unzählige Einstellungen die man verändern darf, um auch wirklich noch den letzten Rest an grafischer Optimierung aus dem Spiel zu kitzeln. Installiert man sich zusätzlich noch ein Tool namens CVar kann man viele Einstellungen bis ins Detail anpassen. So hat man zum Beispiel ingame nur die Möglichkeit seine Mausempfindlichkeit in fünfer Schritten zu ändern, lädt man sich das Tool runter, kann man diese auf Zehntel genau anpassen. Wie ihr eure Maus am besten einstellt lest ihr hier.  Des Weiteren erfordert Crysis 3 Direct X11 und mindestens Windows Vista, Windows XP wird nicht mehr unterstützt! Fordert man seinen PC aber dementsprechend heraus, ist man schlichtweg überwältigt, die Beleuchtung ist vom Feinsten, die Spieler bewegen sich realistisch, Prophet wirft auch in der Unsichtbarkeit einen zur Bewegung passenden realistischen Schatten, und vor allem Psycho, der mittlerweile etwas in die Jahre gekommen ist und aus seinem Nanosuit geschält wurde,  wirkt unrealistisch realistisch. Das einzige Manko was man bemängeln dürfte ist das Nichtvorhandensein von Zerstörung  à la Battlefield. Bei einem so realistischen Spiel würden wir uns eine Umsetzung dieses Features doch auch wünschen.

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…Story zu oberflächlich

Nun aber zur Story. Crysis 3 spielt etwa 2 Jahrzehnte nach dem Ende von Crysis 2. Allerdings ist in der Zwischenzeit einiges passiert. Die Cell-Corporation hat die Weltherrschaft an sich gerissen und ein Terrorhauptquartier in New York aufgebaut. Von dort aus kämpfen sie weiter gegen Rebellen und Ceph Aliens, und die verbliebenen Rebellen in den Nano Anzügen. Da diese der Corporation aber ernsthafte Probleme bereiten können, hat die kurzerhand beschlossen alle Nanosuit-Kämpfer einzusammeln und unschädlich zu machen. Dies geschieht in dem sie schlichtweg gehäutet werden, also von ihren Nano Suits befreit werden, das löst bei den Kriegern derart starke Schmerzen aus, das die Meisten schon während dieses Vorgangs den Geist aufgeben, die Meisten, aber nicht alle! Einer hat nämlich überlebt, der befreit uns auch zu Beginn des Spiels aus der Gefangenschaft der Cell, Prophet war nämlich ebenfalls kurz davor unschädlich gemacht zu werden und ist uns für den weiteren Verlauf des Spiels ein hilfreicher Mitstreiter. Die Rede ist natürlich von Psycho. Leider beantworten sich aber im Laufe des Spiels nicht alle Fragen, vor allem zwischen Teil 1 und 2 wurden viele Elemente hinzugefügt und auch Teil 3 spielt 20 Jahre nach Teil 2. In dieser Zeit ist viel passiert aber, da hätte man sicher mehr machen können.

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Ohne Suit geht’s nicht

Wir stecken also immer noch in unserem Superanzug, ohne dem wäre es wohl auch kein echtes Crysis geworden. Der Nano Suit hat sich auch im Vergleich zu den Vorgängern nicht wirklich verändert. Man kann nach wie vor schneller laufen, höher springen, ist widerstandsfähiger gegen Angriffe oder einfach unsichtbar. Die KI funktioniert auf weiten Teilen des Spiels sehr gut nur hin und wieder verlaufen sich die virtuellen Gegner. Auch bemerken sie zum Beispiel nicht wenn man unsichtbar bei ihnen vorbei geht, obwohl sich an der Wand daneben plötzlich ein zwei Meter großer Schatten auftut, das ist schade, hätte das Spiel wohl aber auch um einiges schwerer gemacht. Apropos schwerer, die schwerste Stufe des Spiels, auch Post-Human-Warrior genannt, ist nur für den PC verfügbar und hat es definitiv in sich. Man muss schon sehr vorsichtig und überlegt vorgehen um hier zu überleben. Für den Nanosuit kann man im Spiel Upgrades finden, welche man in neue Funktionen, wie zum Beispiel längere Unsichtbarkeit investieren kann. Das ist allerdings nicht sehr motivierend, da man nicht das Gefühl hat ohne diese Upgrades das Spiel nicht schaffen zu können. Ein Vorteil zum Vorgänger ist auch die Tatsache, das man nun länger Unsichtbar bleiben kann, die Energieanzeige wird prinzipiell nicht so schnell leer. Allerdings heißt das nicht, dass man einfach unsichtbar durch jeden Level spazieren kann. Man kommt um viele Feuergefechte nicht herum, was auch gut ist, denn dafür ist die Serie ja auch bekannt. Allerdings muss man hier betonen, die Gegner sind nicht sehr individuell gestaltet und richtige Bossfights gibt es zu wenig. Auch der Schwierigkeitsgrad der Gegner enttäuscht ein Wenig. Manche haben zwar ihre Tücken aber auch die lassen sich leicht herausfinden und anschließend umgehen. Hier fehlt dem Spiel ein wenig der Tiefgang, ein charismatischer Antagonist hätte dem Spiel vielleicht gut getan. Neben FarCry 3, Assassins Creed und Tomb Raider hat jetzt auch Crysis 3 einen Bogen. Der hat’s aber auch gewaltig in sich. Nicht nur, dass man beim Abfeuern der Pfeile seine Unsichtbarkeit nicht verliert, wie das bei allen anderen Waffen der Fall ist, nein auch das Vorhandensein verschiedener Pfeile, wie Explosionspfeile oder Elektropfeile sorgen dafür, dass der Bogen im Spiel sehr viel Power hat. Im Gegenzug dazu, findet man nur selten Munition, was bedeutet man muss sehr sparsam mit den Pfeilen umgehen, kann diese aber bei getöteten Gegnern wieder einsammeln! Tipp dazu, immer den Visor verwenden. Dieser markiert nicht nur Munition und Gegner, man kann auch feindliche Geschütze markieren und mit einem Hack außer Gefecht setzen, beziehungsweise dafür sorgen, dass das Geschütz kurzzeitig die Lager wechselt und für uns die Gegner niederballert.

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Multiplayer

Wenn man den Singleplayer durch hat, abhängig vom Schwierigkeitsgrad und eigenem Vermögen, so nach 6-12 Stunden macht man sich an den Multiplayer. Dieser macht durchaus großen Spaß. Ist zwar sehr ähnlich zur Call of Duty Reihe, also gekennzeichnet durch schnelles Gameplay auf kleinen Karten aber dennoch innovativ mit einigen kleinen Specials. So gibt es zum Beispiel den Hunter Spielmodus in dem zu Beginn zwei Dauerunsichtbare Hunter mit einem Bogen gegen normale Cell Soldaten kämpfen. Ziel der Soldaten ist nicht entdeckt zu werden oder die Hunter zu töten, Ziel der Hunter, alle Soldaten töten und so auch in Hunter zu verwandeln. Ein lustiger Modus für zwischendurch! Das Spielgeschehen ist prinzipiell sehr schnell, vor allem auch weil das Sprinten keinen Energieverlust mehr bedeutet. Es gibt auch nicht mehr nur einen Energiebalken sondern zwei, einen für Tarnung einen für Panzerung, ist die Energie einmal leer wird sie sehr schnell wieder aufgefüllt. Toll ist auch, dass man feindliche getarnte Soldaten an ihrem Schatten erkennen kann. Meistens kommt man gar nicht dazu oder es ist dann schon viel zu spät, aber allein die Tatsache das es funktioniert überzeugt.

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