Killzone: Shadow Fall

Neben Battlefield 4 und Call of Duty: Ghosts dürfen sich PS4 Spieler noch an einem weiteren Shooter erfreuen: dem neuen Teil der Killzone Reihe. Als exklusiver Lauch Titel für PS4 verspricht Shadow Fall die Möglichkeiten des neuen Systems zu präsentieren. Doch wie schlägt sich der jüngste Teil der Serie gegen andere Next-Gen Titel seines Genres?

Im Gegensatz zu seinen Vorgängern orientiert sich Shadow Fall mehr an bekannten Shooter-Serien, wie Battlefield und Call of Duty. Deshalb werden Optik, Level-Design und Multiplayer eingefleischten Fans der Serie anfangs vielleicht ungewohnt erscheinen, versucht Shadow Fall doch endlich den Sprung an die Genre-Spitze. Die Leistung der Playstation 4 lässt sich jedenfalls optisch wie soundtechnisch nicht leugnen. Shadow Fall sieht von der ersten Minuten an blendend aus und kann auch mit Größen wie Call of Duty: Ghosts mithalten.

Kalter Krieg reloaded

Im neuesten Teil der Killzone Serie endet der Krieg zwischen Vekta und Helgan schließlich mit der Zerstörung von Helgan. Dem heimatlosen Helgast wird daher die Hälfte des Planeten Vekta als Lebensraum zugesprochen. Gleich zu Beginn des Spiels zeigt sich schon der neue Stil für den Guerrilla Games sich entschieden hat. So haben wir in den Vorgängern noch auf rotäugige Bösewichte geschossen, die weder ein Gesicht noch eine gute Seite hatten. Dieses Mal geht die Story doch etwas tiefer, auch wenn die Umsetzung teilweise etwas matt erscheint. Obwohl die Helgast immer noch unsere Feinde sind, lernen wir im Verlauf der Geschichte zumindest auch die andere Seite kennen.

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Nachdem wir unseren Charakter als Kind durch die Unruhen während der Umsiedlung geführt haben, werden wir auch schon zum Shadow Marshall ausgebildet und sind nach einer kurzen Videosequenz erwachsen und bereit für den Einsatz. Trotz der vielen Jahre ist Vekta nicht zur Ruhe gekommen, noch immer gehen Helgast und Vektaner einander an die Gurgel. Ein Flug durch die eindrucksvolle Stadt zeigt uns schließlich unsere Heimat und die große Mauer, die zwischen den Vektanern und den Helgast aufgezogen wurde. Die Mauer, wie auch die Ideologisierung beider Seiten, mag an den Kalten Krieg erinnern, als Rahmenhandlung reicht es aber auf jeden Fall. Denn obwohl die Story vielleicht nicht sehr einfallsreich oder umfassend wirkt, weiß der Spieler zumindest immer was gerade vor sich geht.

Wer suchet der findet

Standen die Vorgängerteile noch in der Kritik dem Spieler im Laufe der Level zu wenige Freiheiten zu bieten, würde man in Shadow Fall hin und wieder ganz gerne nach dem Weg fragen. Zumindest am Anfang des Spiels musste das Schlauchdesign offenen Leveln weichen. Es gilt lediglich ein oder mehrere Ziele zu erfüllen, der Weg dort hin wird dem Spieler nicht vorgegeben. Stellenweise weiß man gar nicht wie genau man sein Ziel eigentlich erreichen soll. Die neuen Freiheiten kommen dem Spiel aber zugute, denn tatsächlich steckenbleiben kann man nicht. Nach einer kurzen Suche haben wir noch jedes Ziel erreicht. Leider nehmen diese Freiheiten im Laufe des Spiels wieder ab und wir jagen in so manchem Abschnitt einem vorgegebenen Weg nach.

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Optisch präsentieren sich die einzelnen Missionen eindrucksvoll, mit wenigen Ausnahmen. Der Spieler darf im Laufe des Spiels nicht nur Gebäude, Kanalisationssysteme und Wälder erkunden, auch in zerstörten Städten und auf Raumstationen wird gekämpft. Ein hoher Detailgrad und ansehnliche Lichteffekte zeigen die abwechslungsreichen Level auf Next-Gen Niveau. Auch an Zerstörung fehlt es nicht, immer wieder lassen zusammenstürzende Gebäude und Explosionen ein Next-Gen Feeling aufkommen. Lediglich die trostlosen Slums aus Stahlbauten wirken mit der Zeit ermüdend.

Abwechslung bietet Shadow Fall im Laufe der Kampagne jedenfalls genug, wenn auch nicht so viel wie Call of Duty: Ghosts. So können wir in Killzone zum Beispiel Drohnen hacken um mit ihnen über die Wände zu krabbeln und Steuerungssysteme zu manipulieren. Hin und wieder steuern wir auch im Weltall oder fliegen an einstürzenden Gebäuden vorbei.

Zu finden gibt es in Shadow Fall aber neben dem richtigen Weg auch noch Sammelstücke wie Aufnahmen oder Comicseiten. Diese sind aber in den seltensten Fällen wirklich versteckt, man stößt meistens auch ohne Suche darauf. Nur wer wirklich alle haben will wird für eine längere Zeit mit der Suche beschäftigt sein, denn die Level erweisen sich bei sorgfältigen Suchaktionen doch als sehr umfangreich.

Meine Waffe, meine Drohne

Eine weitere Neuerung ist die Drohne, die einen fast das ganze Spiel zur Seite steht. Mit simplen Bewegungen über das Touchpad können wir Angriffe befehlen, ein Schild erscheinen lassen oder eine Seilrutsche für einen schnelleren Abstieg verwenden. Sollten doch einmal zu viele Kugeln ihren Weg zu uns gefunden haben, kann die Drohne uns auch wiederbeleben, vorausgesetzt wir haben noch etwas Adrenalin einstecken. Die Drohne ist nicht nur eine nützliche sondern auch eine gelungene Spielerweiterung, die dem Spieler eine weitere Möglichkeit im Kampf gibt und in Zusammenhang mit dem offenen Leveldesign auch ein wenig Taktik ermöglicht. Ein Schallwellenradar versorgt uns noch zusätzlich mit Informationen über die Position und die Stärke unserer Feinde, sinnvoll zumindest in den schwer überschaubaren Abschnitten.

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Auch unsere Hauptwaffe, die wir die meiste Zeit des Spiels mit uns herumtragen, ist auf die offenen Level abgestimmt. Sie lässt sich sowohl als Nahkampf, als auch als Fernkampfwaffe verwenden. Wem dieses Gewehr allerdings nicht gefällt der hat leider Pech gehabt, ablegen lässt es sich nämlich nicht. Als Ersatz kann nur die Zeitwaffe herangezogen werden. Hier kann sich der Spieler aber für jede herumliegende entscheiden.

Die Waffen unterscheiden sich nicht wirklich stark von einander, eine besondere Vielfalt gibt es daher auch nicht. Für einen Singleplayer wie Shadow Fall reicht es aber aus, denn in fast jedem Level lassen sich die richtigen Waffen für jeden Stil finden, egal ob man laut und schnell, oder leise und ungesehen durch das Gebiet kommen möchte. Zwar kämpfen wir die meiste Zeit gegen Helgast, die eine oder andere Tötungsmaschiene versperrt uns aber auch den Weg und zwingt uns unsere Waffenwahl nochmals zu überdenken.

Exklusiv für PS4

Weiters soll Shadow Fall noch die Möglichkeiten der PS4, beziehungsweise des neuen Dualshock 4 präsentieren. Neben der Leistung der neuen Hardware sind hier vor allem die kleinen Spielereien wie Touchpad und Lautsprecher des Dualshock 4 gemeint. Mit dem Touchpad wählen wir, wie oben bereits erwähnt, die Befehle für unsere Drohne aus. Diese Spielerei funktioniert ausgezeichnet, wir streifen mit dem Finger aber auch lediglich in eine von vier Richtungen, da kann nicht viel schiefgehen. Der eingebaute Lautsprecher sorgt zumindest beim ersten Mal für eine kleine Überraschung, wenn wir eine Audiodatei finden. Anstatt diese über den Fernsehlautsprecher wiederzugeben beginnt unser Controller mit uns zu reden. Alles in allem nette Spielereien, aber mehr auch nicht.

Multiplayer

Der Multiplayer von Killzone: Shadow Fall spielt sich deutlich langsamer und auch weniger umfangreich als wir es aus den Call of Duty und Battlefield Reihen gewohnt sind. Den drei Klassen Kundschafter, Sturmsoldat und Hilfssoldat stehen jeweils unterschiedliche Waffen zur Verfügung die, bis auf Sekundärwaffen, alle von Anfang an freigeschaltet sind. Zu den klassenspezifischen Waffen kommen auch noch Fähigkeiten wie Energieschilde, Wiederbelebungsdrohnen und dergleichen dazu. Der einfache Aufbau und die Verfügbarkeit fast aller Waffen gleich zu Beginn gestalten den Start der Multiplayerkarriere einfacher als in vergleichbaren Titeln. Schon nach wenigen Matches hat man sich im Multiplayer zurechtgefunden, dann heißt es nur noch besser werden.

Erfahrungspunkte für Kills oder gewonnene Matches bekommt ihr keine, stattdessen schaltet ihr Aufsätze und dergleichen durch Herausforderungen frei. Lange dauert es nicht bis ihr eure Waffe mit dem Aufsatz eurer Wahl versehen könnt, also seid ihr zumindest von der Ausrüstung her sehr bald auf dem Niveau der anderen Spieler. Will man seine Ausrüstung aber erst einmal testen, bevor man sich in den Kampf stürzt, besteht auch die Möglichkeit gegen KI-gesteuerte Gegner anzutreten.

In Sachen Spielmodi bietet Shadow Fall natürlich Klassiker wie Teamdeathmatch, Hügelkönig und ähnliche, diese können im Menü aber angepasst werden. Für noch etwas mehr Abwechslung während der einzelnen Matches können auch mehrere Spielmodi abwechselnd für ein Match herangezogen werden. So verteidigt ihr ein paar Minuten den Bombenplatz um gleich danach auf Gegnerjagd zu gehen, da der Spielmodus zu Teamdeathmatch gewechselt hat.

Wie schon der Singleplayer präsentiert sich auch der Multiplayer grafisch und spielerisch sehr gut. Die verwinkelten Maps sehen blendend aus und übertreffen sogar jene von Call of Duty: Ghosts. Mit 10 Maps dauert es einige Spielstunden bis ihr für jede Map die richtige Taktik gefunden habt, außerdem hat Guerillia Games bald Nachschub versprochen.
Fazit:

Als Launchtitel macht Killzone Shadow Fall alles richtig, auch wenn es nicht perfekt ist. Der Singleplayer präsentiert sich jedenfalls eindrucksvoll, bei der Story sollte man aber ein Auge zudrücken. Shooterfans werden mit der Kampagne zufrieden sein, selbst wenn der begeisterte Aufschrei ausbleibt. Der Multiplayer bietet eine willkommene Abwechslung zu den schnellen Shootern anderer Serien, ist aber für eine Langzeitunterhaltung nicht umfangreich genug. Wer allerdings mehr spielen statt freischalten will ist bei Shadow Fall genau richtig.

 

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Seltsamerweise (und entgegen meiner Kollegen) habe ich spieltechnisch den PC nie wirklich für mich entdecken können. Lediglich Strategiespiele, vor allem die Total War Reihe, habe ich der Kontrolle einer Maus unterworfen. Natürlich war die Hardware eines neuen PCs in den letzten Jahren sehr verlocken, während die Konsolen mit ihren 512 MB RAM grafisch immer mehr ins Hintertreffen gerieten. Umso mehr erfreue ich mich nun an der PS4 und der Tatsache, dass ein Standard PC für mich völlig ausreicht.

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