Sim City 5

SimCity (2013) ist der neueste Teil der Traditionsreihe Sim City, der seit mehreren Jahren die Herzen aller Städtebauer höher schlagen lässt. Erschienen am 7. März 2013, nach 5 jähriger Pause zum Vorgänger, waren wir schon sehr gespannt darauf, was uns bei dieser Neuauflage erwarten würde. Nach etlichen Spielstunden in denen wir die gesamten Neuheiten genauestens unter die Lupe genommen und die Spielmechanik aufs feinste ausgereizt haben, ist hier unser Review zu SimCity.
 

Neuerungen

Nach 5 Jahren Abwesenheit vom Spielemarkt, erwartet man sich natürlich einiges an neuen Ideen von einem Spiel. Die sicher erste Neuerung die einem auffällt ist der Onlinezwang um Sim City spielen zu können. Wenn man versucht das Spiel ohne Internetverbindung zu starten, bricht es nach 20 Minuten ab und man muss von vorne anfangen. Gründe für diesen Onlinezwang sind laut EA und Maxis die Rechenansprüche die serverseitig erfolgen, um die gesamte Spielwelt so genau simulieren zu können. Ein Vorteil dadurch soll sein, dass man nicht an einen guten Computer besitzen muss um Sim City spielen zu können, dafür jedoch eine recht gute Internetverbindung. In den ersten Tagen nachdem Sim City herausgekommen ist, gab es auch einige Probleme mit den Servern die aufgrund der hohen Spielerzahlen überfordert waren. Mittlerweile läuft aber alles komplett flüssig, und einzig und allein die Diskussionen, ob der Onlinezwang wirklich notwendig sei, wird noch immer auf den verschiedensten Plattformen ständig betrieben. Wir verstehen natürlich die Seite von einer Vielzahl an Spielern, die Sim City unterwegs am Laptop oder sonst wo spielen wollen und keine Onlineverbindung zur Verfügung haben, jedoch ist die größte Neuerung in Sim City der Multiplayer, auf den das gesamte Spiel ausgelegt wurde. Wie bereits in Sim City 4 gibt es eine Regionsansicht, doch diesmal unterscheidet sie sich recht deutlich.
 

 
Während man in Sim City 4 noch die ganze Region voll bauen und daraus eine große Stadt machen konnte, ist sie jetzt in Abschnitte unterteilt die nicht mehr zusammenwachsen können und alle von verschiedenen Spielern kontrolliert werden können. Jede Stadt kann also von einem anderen Spieler beansprucht werden, der dann die alleinige Kontrolle darüber hat. Gemeinsam an einer Stadt zu bauen ist nicht möglich, aber der Austausch zwischen den einzelnen Städten kann auf vielfältige Weise erfolgen. So kann man sich gegenseitig die wichtigsten Sachen zur Versorgung zur Verfügung stellen und so den Aufbau einer neuen Stadt stark beschleunigen. Außerdem fördert es die Spezialisierung einer Stadt, nicht nur im Sinne der Industrieproduktion, sondern auch im Sinne der Bevölkerungsverteilung und Arbeitsplätzen. So pendeln die Sims auch falls nötig zwischen den einzelnen Städten hin und her. Zusätzlich zu den Städten in der Region finden Großprojekte ihr erstes Auftreten in Sim City. Diese Gebäude können in der Regionsansicht gebaut werden und verleihen einen Bonus auf die gesamte Region, wie zum Beispiel mehr Einwohner und Stromversorgung für alle Städte. Für die meisten Spieler sind die Großprojekte eines der größten Ziele beim ersten mal Spielen, da in den Städten meistens Platzmangel herrscht und man so zum Beispiel die Stromproduktion auslagern kann.
 

Gameplay

Genau wie die Vorgänger liefert Sim City für ein Aufbau Simulationsspiel wieder unheimlich viele Features. Der Grundstein ist wie in den alten Spielen die Versorgung der Stadt zu gewährleisten. Nachdem man am Anfang mit dem Startkapital doch meistens ein bisschen ins Straucheln kommt, da die Straßen- und Stromversorgung doch sehr teuer sind, kann man sich jedoch kurz danach entspannt zurücklehnen und der eigenen Stadt erst mal beim Wachsen zusehen. Anders als beim Vorgänger läuft die Versorgung komplett über die gebauten Straßen, das heißt man muss sich am Anfang nicht so viele Gedanken machen und der Einstieg in das Spiel gestaltet sich viel leichter. Nachdem man Stück für Stück seine Stadt dann mit der restlichen Versorgung ausbaut, die nicht ganz von Anfang an dabei sein muss, wie zum Beispiel Feuerwehr oder Müllversorgung, kommt man zu dem Punkt an dem die Stadt selbstständig bestehen kann. Ab dann beginnt die Spezialisierung der Stadt, die in Sim City 5 wahrhaftig grenzenlos erscheint. Allein durch die Entscheidung wie man die Bevölkerung durchmischt kann man schon große Auswirkungen auf die gesamte Region bewirken. Doch die eigentliche Spezialisierung beginnt dann, wenn man beginnt Industriegüter herzustellen, eine Universität baut oder seine Stadt zu einer Touristenmetropole ausbaut.
 

 
All diese Möglichkeiten, von denen es natürlich noch eine Vielzahl andere gibt, erlauben es der Stadt die Region auf ihre eigene Art mitzugestalten. Im Vordergrund dafür stehen folgende drei großen Ziele in Sim City: Geld, Bevölkerung und das Großprojekt. Alle diese Ziele kommen natürlich Hand in Hand und so kann man sich zum Beispiel entscheiden, ob man sein Geld lieber durch Steuern oder Handel bekommen will. Neben diesen Zielen darf man jedoch die Zufriedenheit seiner Sims nicht außer Acht lassen, die einen mit kurzen Aufträgen immer auf Trab halten. Sind diese nämlich unzufrieden, so hört das Wachstum einer Stadt ganz schnell auf und im allerschlimmsten Fall muss man mit Abwanderung und anderen Konsequenzen rechnen, die doch recht schwierig wieder in den Griff zu bekommen sind. Die größte Herausforderung von Sim City ist aber unserer Meinung nach die effiziente Platznutzung und die Verkehrsplanung welche man an den Tag legen muss um seine Stadt groß werden zu lassen. Nachdem in den Vorgängern die große Herausforderung war, die Stadt zum Laufen zu bringen und Geld in die Kassen fließen zu lassen, ist das im neuen Spiel etwas in den Hintergrund gerückt, da es deutlich leichter gemacht wurde. Die echte Herausforderung steckt nun wie gesagt in der Optimierung der Stadt. Der Platz für eine Stadt wurde deutlich eingeschränkt und so muss man sich schon früh überlegen, was in der Stadt alles Platz finden soll. Im Nachhinein eine Stadt umzubauen gestaltet sich als sehr schwierig und zeitintensiv. Einfacher wäre es da fast sich genug Geld anzusparen und dann die gesamte Stadt neu aufzubauen. Neben dem Platzproblem macht der Verkehr die größten Schwierigkeiten.
 

 
Die Stadt wächst dann, wenn die Einwohner glücklich sind und dazu brauchen alle Sims einen Arbeitsplatz. Danach wollen sie entweder noch einkaufen gehen oder in einen Park um sich zu entspannen – Und das am besten an einem Tag. Somit stellt sich die Herausforderung den Verkehr möglichst gering zu halten, um den Sims die Erfüllung ihrer Wünsche und Bedürfnisse zu ermöglichen. Und diesmal ohne U-bahn. Zur Verfügung stehen innerhalb der Stadt Busse und Straßenbahnen, die es gilt klug einzusetzen. Während wir bei den Bussen keine negativen Effekte gefunden haben, gilt es die Straßenbahnen mit bedacht einzusetzen, da Straßen mit Schienen immer Ampeln hervorrufen und es doch von Vorteil sein kann sich auf Vorrangtafeln zu verlassen um einen besseren Verkehrsfluss zu gewährleisten. Neben den Anbindungen innerhalb der Stadt fällt sofort auch die Anbindung an die Region im Umland auf. Es gibt eine Straße die von außerhalb kommt und die die einzige Möglichkeit ist, um die Stadt zu betreten oder zu verlassen. Das fordert Staus geradezu heraus und uns war es bis jetzt noch nicht möglich, den Verkehr dort flüssig zu halten. Aus diesem Grund wird leider der Personenaustausch zwischen den einzelnen Städten nicht sehr lukrativ gemacht, da die einzige effizientere Möglichkeit Shuttlebusse, Züge oder Fähren sind, die jedoch kaum den gesamten Personenverkehr bewältigen können, ohne in übermäßig großer Anzahl gebaut werden zu müssen. Wenn man all diese Feinheiten beachtet, findet man schnell Spaß an Sim City und hat auch genug Herausforderungen, die man sich selber stellen kann. Und falls man dadurch noch nicht genug Beschäftigung findet, dann gibt es traditionsgemäß noch die Katastrophen die entweder zufällig eintreten oder die man sich mit der Zeit freischalten kann und so selber heraufbeschwören kann. Wobei es nicht zu empfehlen ist, selber eine Katastrophe in der eigenen Stadt zu haben, da sie fast immer die halbe Stadt in Schutt und Asche legt.
 

 

Grafik

Von der Grafik her hat uns dieses Spiel echt begeistert. Die Detailverliebtheit die in dieses Spiel gesteckt wurde ist fast grenzenlos. So kann man in jeden Vorort hineinzoomen und den Sims bei ihrem Alltag zuschauen. Möglich ist das dadurch, dass jedes Auto und jeder Sims eigene Wegrouten hat, wie er zu seinem Ziel kommt. Hat man sich an den einzelnen Häusern und der ganzen Dynamik erst mal satt gesehen, fällt einem auch in der großen Ansicht die Arbeit auf, die in dieses Spiel gesteckt wurde. Klar ist allerdings, dass man nachdem man schon viele Stunden gespielt hat irgendwann alle Skins für die Hochhäuser kennt, doch ist vor allem bei den Plakaten und Werbeschildern, die die kleineren Gebäude aushängen kaum ein Ende gesetzt. Und wer Glück hat findet in seiner Stadt mit einer Universität sogar Studentenverbindungshäuser, die es dann um jeden Preis zu schützen gilt. Obwohl Sim City ein Simulationsspiel ist und in erster Linie die Stadt im Vordergrund steht, wurde wirklich viel Arbeit in die Grafik dieses Spiel gesteckt, was sich unserer Meinung nach echt gelohnt hat. Aus diesem Grund fühlt man sich in der Spielwelt persönlich viel besser aufgehoben und baut eine Art Bindung zu seiner Stadt auf einer anderen Ebene auf.
 

 

Add-Ons

Zusätzlich zum Hauptspiel gibt es, wie heutzutage kaum mehr wegzudenken, einige Add-Ons für Sim City. Diese sogenannten Städtebausets dienen dazu, die eigene Stadt zu personalisieren. So werden durch das Add-On Stadt spezifische Gebäude freigeschalten und die Skins der Häuser verändern sich in dieser Stadt. Diese Add-Ons sind eine nette Idee um das Spiel noch mehr zu individualisieren, aber an der Spielmechanik ändert es zum Glück nichts. Jeder, der solche Spielereien gerne hat, kann zwischen dem deutschen, französischem oder britischen Stadtset wählen.
 

 
 
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