The Walking Dead – Survival Instincts

The Walking Dead: Survival Instincts ist das offizielle Spiel zur 2010 erschienenen Serie The Walking Dead, die wiederum auf dem seit dem Jahre 2003 laufenden Comic basiert. Ja, es handelt sich demnach um ein Lizenzspiel und nein, so schlimm wie man sich ein typisches Lizenzspiel vorstellt ist es sicherlich nicht. Der survival-first-person-shooter ist aber leider auch kein Meisterwerk. Wir erklären im Test warum sich Serienfans freuen dürfen, aber Neueinsteiger lieber zwei Mal überlegen sollten, ob sie das Spiel wirklich kaufen möchten.

Technik

Was dem Entwickler Terminal Reality auf jeden Fall gut gelungen ist, ist die Umsetzung der Stimmung aus der Serie. Die glaubwürdige Beleuchtung, mit vielen gelb und braun Tönen, erinnert an die tolle Stimmung der Serie und überzeugt uns. Dadurch fällt es auch leichter davon abzusehen, dass das Spiel technisch nicht auf dem neuesten Stand ist. Die Texturen wirken größtenteils verwaschen und der Detailgrad bleibt auf einem niedrigen Niveau. Der Vorteil liegt auf der Hand, es stellt daher auch für betagte Rechner keine große Herausforderung dar und wer wären wir, würden wir ein Spiel nur nach der Grafik beurteilen?!

Story

Man wird nach kurzer Ladezeit sofort mitten ins Geschehen hineingeworfen, ohne genau zu wissen wer oder wo man eigentlich gerade ist. Nach einem sehr gelungenen Intro, das aus spoilertechnischen Gründen nicht näher beschrieben wird, starten wir als Daryl Dixon unsere Karriere und begeben uns erst mal auf die Suche nach unserem Bruder Merle. Die Geschehnisse ereignen sich historisch gesehen vor denen der Serie, wir spielen eine Art Vorgeschichte. Sehr überzeugend wirken dabei die Synchronstimmen der beiden Charaktere, kein Wunder, diese werden nämlich von den Originaldarstellern der Serie, Norman Reedus und Michael Rooker gesprochen. Deutsche Stimmen gibt’s keine, lediglich einen Untertitel, das stört bei einer solch stimmigen englischen Sprachausgabe jedoch keineswegs. Gemeinsam mit unserem Bruder Merle wollen wir uns anschließend gemeinsam auf den Weg nach Atlanta machen und stoßen dabei erwartungsgemäß andauernd auf diese blöden Untoten. Wir fahren dabei von Stadt zu Stadt uns können unterwegs Nahrung, Benzin oder Munition suchen. Wobei wir leider nicht selber fahren dürfen, das Reisen passiert lediglich in Ladepausen, nur hin und wieder stößt man dabei zufällig auf Zwischenstopps bei denen man nach bereits erwähnten Vorräten suchen darf. Wählen wir zu Beginn einer Mission aus, auf welcher Straße wir zur nächsten Stadt fahren, Highway, Hauptstraße oder Nebenstraße so legen wir einerseits fest, wie viel Sprit wir verbrauchen und andererseits, wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist auf solche Zwischenmissionen zu stoßen. Dort können wir auch hin und wieder auf Überlebende treffen, denen wir helfen können. Tun wir das, begleiten sie uns auf unserer Mission. Naja zumindest ein bisschen. Die Interaktion mit den NPCs ist nämlich auf ein Minimum reduziert. Finden wir einen neuen Mitstreiter folgt uns der nicht bis zu unserem Auto, er bleibt bis zum Ende der Mission auf seinem Platz, steht uns aber anschließend im Menü trotzdem als neues Teammitglied zur Verfügung. Von denen dürfen wir aber nicht beliebig viele mitnehmen, nur so viele wie auch Plätze im Auto sind. So kann es schon passieren dass wir den Ein oder Anderen zurücklassen müssen. Was aber eh egal ist, die helfen uns sowieso nicht viel. Das Einzige was wir mit denen noch machen können ist sie am Anfang einer Mission auf die Suche nach Vorräten zu schicken, dabei gibt es allerdings ein Verletzungsrisiko zu beachten.

14_The-Walking-Dead-Surviva-Instinct_screen10

Zombies

Die Zombies in The Walking Dead: Survival Instincts sind nicht die hellsten, aber das erwartet man eigentlich auch nicht von Zombies. Was allerdings sehr störend ist, nicht mal wenn wir ihnen mit unserer Taschenlampe mitten ins Gesicht leuchten, werden sie auf uns aufmerksam, das wirkt alles andere als glaubwürdig. Ansonsten wirbt Activision damit, dass uns die Zombies sehen, hören und riechen können. Sobald wir zu sprinten beginnen, treibt es unserem Helden sprichwörtlich den Schweiß ins Gesicht. Prinzipiell funktioniert dieses System ganz gut und wirkt auch recht glaubwürdig. Die Gefährlichkeit einzelner Zombies hält sich dabei eher in Grenzen. Mit einem oder zwei Beißer kann man es ohne Probleme aufnehmen, aber sobald man die Aufmerksamkeit einer Gruppe auf sich zieht heißt es lauf so schnell du kannst und dreh dich ja nicht mehr um, oder wirf eine Leuchtgranate oder Glasflasche um sie abzulenken. Man darf sich allerdings auf keinen Fall von den Biestern umzingeln lassen, wie viele Zombies vor uns stehen ist recht recht egal, nur den Rücken sollte man sich stets frei halten. In einer der ersten Missionen finden wir uns in einer Tankstelle wieder, mit dem Rücken zur Wand und zwischen uns und der Ausgangstür stehen geschätzte fünf Zombies. Wir greifen in voller Panik den Ersten an, und müssen in einem Quicktime Event den Kopf des Zombies mit dem Messer treffen. Währenddessen warten die Anderen bis sie an der Reihe sind und denken gar nicht daran anzugreifen. Ein paar Minuten später sind wir glücklich und vor allem lebend aus der Tanke geflohen ohne wirklich Lebenspunkte verloren zu haben.
Was uns gut gefallen hat, man kann sich nie sicher sein, dass der eigene Rücken Zombiefrei ist. Immer wieder geht man im Level bei scheintoten Zombieleichen vorbei, die dann irgendwann auferstehen und uns attackieren. Ein bisschen Schade, man kann die Untoten erst töten, sobald sie wieder von den Toten auferstanden sind, bemerkt man beim Vorbeigehen eine auffällige Leiche, kann man nur auf deren Auferstehung warten, ehe man sie wieder ins Jenseits schickt. Sehr oft kämpft man sich durch ein Level und findet an dessen Ende den Gegenstand den man finden muss, oder erledigt das was man erledigen muss und plötzlich wissen alle Zombies im Level von der eigenen Anwesenheit und rennen wie beklopt auf einen zu. An solchen Stellen sollte man einfach laufen und zwar den Weg zurück, den man gekommen ist. Das ist nämlich das Zeichen, dass das Level aus ist und man es nur noch lebend zurück zum Auto schaffen muss. Das wirkt teilweise sehr unglaubwürdig und immer wieder denselben Weg zurück zu laufen ist einfach fad, hier liegt viel Potential im Spiel begraben.

13_The-Walking-Dead-Surviva-Instinct_screen9

Ressourcenmanagement

Ein Knackpunkt im Spiel sollen die wenigen Ressourcen, wie Nahrung, Munition oder Benzin sein. The Walking Dead ist aber ein relativ leichtes Spiel und hat man den Bogen mit den Zombies erst mal raus gibt’s zwar trotzdem noch immer nicht mehr Ressourcen, man braucht aber auch fast keine und da wir ohnehin nicht viel schießen, da das viel zu laut ist, ist uns die Munition nicht wirklich relevant. Wir können generell aber nicht unendlich viele Gegenstände mit uns tragen, wir können aber zu Beginn einer Mission entscheiden wie viele und welche Gegenstände wir mit ins Level nehmen wollen und den Rest lassen wir im Auto, das wiederum aber auch nur begrenzt Platz bietet.

 

[ratingbox]

Eine Antwort hinterlassen

Kommentar verfassen
Namen bitte hier eingeben