Tiger Woods PGA Tour 14

Die Sonne wird wärmer, das Grün ist gemäht, das Rough gedüngt. Das kann eigentlich nur eines bedeuten. Die Golfsaison ist eröffnet und pünktlich dazu, erschien am 28. März Tiger Woods PGA Tour 14 für die Playstation 3 und XBox 360. Da ich selbst seit vielen Jahren leidenschaftlicher Golfer bin, habe ich mich natürlich auf das Spiel gefreut. In diesem Review wollen wir klären, was sich im Vergleich zum Vorgänger getan hat und ob sich ein Kauf lohnt.
 
Als erster Sportler überhaupt hat er mehr als 1 Milliarde US $ verdient. Er gehört mit einem Jahreseinkommen von geschätzten 60 Millionen US $ zu den erfolgreichsten Sportlern aller Zeiten. Darüber hinaus darf er sich bester Golfer aller Zeiten nennen. Eldrick (Tiger) Woods ist eine herausragende Legende des Sports, wie es sie so nur ganz selten gibt. Das wird leider immer wieder vergessen wenn man über Tiger Woods spricht, denn als 2010 seine unzähligen Affären ans Licht kamen, ging es mit dem Tiger sportlich, so wie privat bergab. Am 1. November wurde der Außnahmesportler nach 281 Wochen von der Spitze der Weltrangliste abgelöst, er konnte mit den Ergebnissen der Konkurrenz nicht mehr mithalten. Doch Tiger wäre nicht Tiger wenn das, dass Ende seiner Karriere gewesen wäre. Seit 24. März 2013 ist er nun wieder Führer der Weltrangliste und löste somit Rory McIlroy ab.
 

Never change a running System

Aber werfen wir jetzt mal einen Blick auf das eigentliche Spiel. Wenn ich Tiger Wodds PGA Tour 14 in einem Satz zusammenfassen müsste, wäre das wohl “Never change a running system”. Schon seit es die Serie gibt, hat sich im Großen und Ganzen nicht allzu viel verändert. Aber muss das denn unbedingt schlecht sein? Viele gute Aspekte des Spiels sind uns seit Serienstart erhalten geblieben, man kann schließlich ein Golfspiel nicht von Grund auf neu erfinden. Mehr oder weniger geht es immer darum einen zu kleinen Ball in ein zu kleines Loch zu schießen und das mit Geräten, die für diesen Zweck denkbar ungeeignet sind. Auch ein Controller kann nicht neu erfunden werden und da die beste Möglichkeit einen Schwung zu simulieren darin besteht, den Analogstick nach hinten und vorne zu bewegen, hat sich auch das Gameplay nicht wirklich verändert. Einige mögen das vielleicht als negativ beurteilen, ich finde jedoch hier liegt nicht viel Potential das Spiel zu verbessern. Man kann nur die Rahmenbedingungen erweitern. Genau das hat EA auch versucht zu machen. Erstmals ist es möglich alle 4 Major Turniere nachzuspielen und so zu versuchen den Grand Slam zu gewinnen. Das Masters, die US Open, die Open Championship und die PGA Championship sind die vier größten und wichtigsten Turniere der Saison, neben dem Ryder Cup, und es war höchste Zeit das man diese ins Spiel gebracht hat.
 

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Typisch für ein EA Sports Spiel, steckt auch hinter TW PGA 14 ein enormes Lizenzpaket. So finden wir im Spiel 20 Originalmeisterschaftskurse, die das Herz eines jeden Golf Fans höher schlagen lassen, darunter natürlich auch wieder “The Royal and Ancient Golf Club of St Andrews”, die Wiege des Golfsports, sowie 30 männliche und weibliche Originalgolfer. Für Leute die sich für diesen Sport interessieren, ein einmaliges Erlebnis in die Rolle eines ganz Großen zu schlüpfen. Erstmals ist es möglich, neben der US PGA Tour und der European Tour auch auf der LPGA Tour, also der Ladies Tour zu spielen.
 

Online ist ganz schön was los

Ein weiteres Feature ist der Onlinemodus. Man muss sich, wie mittlerweile schon üblich mit dem mitgelieferten Key online registrieren um beispielsweise an Online-Turnieren teilnehmen zu können, oder live gegen andere Golfer zu spielen. Natürlich gibt es auch wieder Clubs, denen ich mich anschließen kann. Da besteht auch die Möglichkeit an internen Turnieren teilzunehmen. Oder aber ich spiele bei live Turnieren mit. Hier habe ich die Auswahl aus mehreren Spielmodi. Während ich dann auf dem Rasen versuche mein Bestes zu geben, sehe ich live die Flugkurven der anderen Spieler, die sich gerade auch auf demselben Loch befinden.

Das Ganze macht man entweder mit einem der Originalgolfer, oder aber mit seinem Eigenen. Im Zuge des Karrieremodus kann man sich seinen eigenen Golfer erstellen und individualisieren. Dabei legt man zu Beginn fest, ob man eher weite Bälle schlagen will, oder mehr Kontrolle haben will, dafür aber auf ein wenig Weite verzichtet. Anschließend kann man in seinen Golfrunden Erfahrungspunkte sammeln und Level aufsteigen, die es wiederum ermöglichen neue Schläger freizuschalten. Wenn man keine Lust mehr hat, oder unbedingt noch ein Level zum ultimativen Schläger braucht, das aber noch in weiter Ferne liegt, kann man sich auch über eine ingame Währung ein Level kaufen. Diese Währung kann man auch gegen echtes Geld erwerben. Das wirkt auf den ersten Blick etwas unsympathisch, allerdings lässt sich das Spiel auch gut bewältigen, ohne dass man noch mehr seines Geldes investiert.

Apropos Geld. Will man das volle Golferlebnis, kann das schon ganz schön teuer werden. Neben dem Hauptspiel, das bereits 60€ kostet, wird man dann nämlich noch das EA Sports Season Ticket benötigen. Wer das noch nicht kennt. Es funktioniert so ähnlich wie das Premium Paket von Battlefield. Wer sich das Season Ticket kauft, bekommt einen drei Tage früheren Zugriff auf Neuerungen und alle DLCs zu den EA Sports Spielen. Genauere Informationen gibt’s hier. Vor allem wenn man online spielt, muss man des Öfteren feststellen, dass man bei vielen Turnieren nicht mitspielen darf, da man über den Golfplatz nicht verfügt. Das kann nach dem dritten Mal hintereinander schon etwas mühsam werden.
 

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Ist da jemand?

Nach den ersten paar Löchern die ich gemeinsam mit einem Freund gespielt habe, ist uns aufgefallen, dass irgendetwas fehlt. Es war einfach zu leise. Wir hatten keine Kommentatoren, keine Zuschauer die applaudieren, gar nichts, nicht mal Musik, obwohl man die nachträglich noch einspielen kann. Die Musik von Tiger Woods PGA Tour 14 ist allerdings etwas gewöhnungsbedürftig, sehr esoterisch und beruhigend und passt teilweise nicht ganz zur Stimmung. Definitiv Geschmacksache. Aber zurück zu unserem Lautstärke Problem. Wir haben danach alle Einstellungen durchsucht um hier irgendwie mehr Stimmung in unser Spiel zu bekommen aber nach einer Weile suchen mussten wir uns Wohl oder Übel damit abfinden, dass sich daran wohl nichts ändern mag. Sehr schade, denn so kommt nie die richtige Stimmung auf. Es mag vielleicht realistisch sein, dass nicht bei jeder Runde die Tiger Woods und Co privat spielen, gleich tausende Leute zusehen und ein Kommentatoren Team seinen Senf dazu gibt, aber bei FIFA würde es wohl auch niemanden gefallen, wenn bei einem Freundschaftsspiel mit einem Kumpel die Tribünen leer blieben und niemand kommentiert. Spielt man in einem Turnier sind sie dann wieder da, die lieben Zuseher und Kommentatoren und machen einen recht soliden Job. Die Reaktionen des Publikums auf das Spielgeschehen sind größtenteils glaubwürdig und auch das Kommentatoren Duo macht einen soliden Eindruck. Hin und wieder stimmt’s mal so gar nicht was die da daherreden, aber meistens sind sie eine nette Ergänzung zum Spiel.
 

Legends of the Majors

Auch in diesem Jahr ist es wieder möglich auf den Spuren bekannter Legenden zu wandeln. Hier hat sich allerdings wirklich wenig getan im Vergleich zu den Vorgängern. Wer schon einmal diesen Modus gespielt hat, weiß genau was ihn erwartet. Man spielt sich von Event zu Event und versucht Herausforderungen zu meistern. Dabei reist man durch die Zeit und fühlt sich zurückversetzt in die Anfänge dieses faszinierenden Sports. Die Herausforderungen laufen dabei nach dem Schema F ab. Eine Runde so und so gut beenden oder den Ball mit so und so vielen Schlägen einlochen. Das Spielt passt sich aber der Zeit an in der man gerade unterwegs ist. Nicht nur die Beleuchtung und Lichteffekte sind anders, auch die Schläger, das Gewand und die Bälle der Spieler haben eine Zeitreise mitgemacht und man merkt wie alles etwas schwerer und klumpiger von statten geht. Das kann dazu führen, dass wir hier die ein oder andere Aufgabe ein paar Mal probieren müssen. Nach wenigen Stunden ist der Spaß aber leider auch schon wieder vorbei und wir kämpfen in unserer Karriere weiter um uns endlich für die Majors zu qualifizieren.
 

BobbyJones

 
 
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