Zoo Tycoon

Neben Ryse: Son of Rome, Dead Rising 3 und Forza 5 ist Zoo Tycoon ein weiterer Launch Titel der Xbox One. Das Spiel kehrt nach langer Pause endlich wieder in den Handel zurück. Die Neuauflage nutzt den technischen Fortschritt der Xbox One, baut neue Features wie Sprachbefehle oder Kinect Steuerung ins Gameplay ein und sorgt mit einer ordentlichen Tiervielfalt von über 100 Tieren für viele Stunden tierische Unterhaltung.

 

Zugegeben, wer den ersten Teil der Serie gespielt hat, braucht ein wenig, um sich mit der Neuauflage anzufreunden. Viele Spielmechaniken wurden über den Haufen geworfen – das Gameplay und die Handlungsmöglichkeiten wurden teilweise stark vereinfacht. Man hat im neuen Spiel beispielsweise nicht mehr die Möglichkeit Eintrittspreise individuell zu gestalten. Konnte man bei Zoo Tycoon 1 den Preis für die Eintrittskarte im Cent Bereich ändern, so gibt es im neuen Spiel lediglich drei verschiedene Preiskategorien.  Den konservativen Veteranen mag das stören, wir finden’s nicht so schlimm und freuen uns über steigende Einnahmen.

Scheiße schippen

ZooTycoon_E3_RhinoEs gibt ohnehin bessere Beschäftigungen im Spiel als sich über Geld sorgen zu machen. Beispielsweise herauszufinden, was man dafür tun muss, um endlich eine Tierpflegerschule zu bauen. Zu Beginn muss man die Häufchen der Tiere nämlich noch selbst wegräumen. Erst wenn man genug Geld in Forschung investiert hat, kann man sich Tierpfleger anschaffen, die sich um die Tiere kümmern. Danach kann man sich den wirklich wichtigen Dingen widmen: Tiere streicheln. Das funktioniert mit dem Kinect Sensor ausgezeichnet. Hat zwar absolut keinerlei tiefere Bedeutung, dürfte aber vor allem der jüngeren Generation viel Spaß bereiten. Zumal man die Tiere nicht nur streicheln, sondern auch füttern kann. Eine Banane in die Hand genommen und schwups schon wird sie genüsslich verspeist.

Mieses, fieses Menü

Sprachbefehle werden vom Spiel zwar unterstützt, leider aber nur ein paar. Lediglich oberflächliche Menü Navigationen werden zugelassen. Sobald es etwas spezieller wird, muss man zum Kontroller greifen und sich durch das, leider sehr unübersichtliche und verschachtelte Menü kämpfen. Allein um einen simplen Baum zu bauen, sind mehrere Klicks notwendig. Man braucht eine Zeit, um die wichtigsten Punkte ungefähr im Gedächtnis zu haben und selbst dann ärgert es doch, dass es dafür keinen Sprachbefehl gibt. Das ist vor allem bei Missionen die zeitlich beschränkt sind sehr ärgerlich.

ZooTycoon_20130814_0005Das Spiel zeigt sich euch in unterschiedlichen Perspektiven. Einerseits könnt ihr euch in der 3rd Person Ansicht frei bewegen und spezielle Aufgaben erfüllen. Ein kleines Buggy Wettrennen beispielsweise, oder ihr verfolgt und kontrolliert euren Zoo über eine Vogelperspektive. In den vier Spielmodi: Frei, Training, Herausforderung und Kampagne, könnt ihr, wie es die Namen schon vermuten lassen ein freies Spiel mit unendlich Geld starten, im Training die Steuerung und Möglichkeiten des Spiels kennen lernen und ein paar Herausforderungen bei beschränkten finanziellen Mitteln sowie unter Zeitdruck bewältigen. Im Kampagnen-Modus wechselt man den Zoo, sobald eine gewisse Anzahl an Herausforderungen erfüllt wurde.

Gehege, Einrichtungen, Wege

Egal in welchem Modus man spielt, um das Bauen von Gehegen kommt man nicht herum. Das ist auch gut so, schließlich spielen wir ja eine Zoo Simulation. Leider macht es uns Zoo Tycoon da aber gar nicht so leicht. Auf den ersten Blick wirken Handling und Umfang des Baumodus recht simpel. Wir wählen uns ein Gehege aus und legen eine von den drei vorgegebenen Größen fest. Nachdem man das Gehege platziert hat, werden automatisch die Wege, auf denen die Besucher spazieren gehen, erzeugt. Selbst einen Weg zu platzieren ist nicht möglich. Mit zunehmender Größe des Zoos, kommt es so aber zu größeren Lücken, die sich nicht so leicht füllen lassen, wodurch unnötig Platz, der begrenzten Baufläche vergeudet wird.

ZooTycoon_E3_Elephants

Auch das Innenleben des Geheges lässt sich nach vorgegebenen Regeln gestalten. So können Gegenstände wie Ställe nur an fixen Punkten gebaut werden. Bei der Auswahl der Tiere die ein solches Gehege bewohnen werden uns ebenso Schranken in unseren freigeistigen Weg gestellt. Nicht alle Tiere dürfen zusammen ein Gehege bewohnen. Bären und Elefanten würden sich aber auch in Natura nicht sehr gut miteinander vertragen.

Weder jung noch alt

Diese vielen Einschränkungen deuten darauf hin, das Zoo Tycoon eher für die jüngere Generation ausgelegt ist. Wir tun uns zugegeben dennoch etwas schwer die exakte Zielgruppe von Zoo Tycoon ausfindig zu machen. Animationen, Grafik, die Kinect-Bewegungssteuerung und die teilweise humorvollen und kindgerechten Herausforderungen würden eher auf eine junge Zielgruppe hindeuten. Von dieser kann man aber nicht erwarten, mit dem bereits erwähnten komplexen, unübersichtlichen Menü klar zu kommen. Dabei fehlt sogar uns selbst meistens der Durchblick.

Fazit:

Das Remake der Zoosimulation ist auf der einen Seite gut gelungen, da es neue Features wie etwa Sprachbefehle ins Spiel einbaut und über durchaus ansehnliche Grafik verfügt. Auf der anderen Seite orientiert sich das Spiel bezüglich Gameplay, Herausforderungen oder Schwierigkeitsgrad – es ist relativ simpel einen funktionierenden Zoo aufzubauen – offensichtlich an jüngeren Spielern, schafft es aber leider nicht mit einem übersichtlichen User Interface Ordnung ins Chaos zu bringen. Wenn selbst wir als erfahrene Spieler an der Menüführung hoffnungslos scheitern, möchte ich nicht wissen, wie ein 10 oder 12 jähriges Kind damit zu Recht kommt.

 

 

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