Darkest Dungeon

Ruin has come to our family! Dieser markante Satz ist bereits seit einiger Zeit PS4 Besitzern und PC Spielern bekannt, denn das ist das erste, was man nach dem Starten von Darkest Dungeon zu hören bekommt. Jetzt kommen auch Switch Spieler in den Genuss des düsteren Rollenspiels.

Die Geschichte von Darkest Dungeon ist dabei schnell erzählt: ihr erhaltet einen Brief in dem euch vom Untergang und Verfall des alten Familienanwesens berichtet wird. Scheinbar war es eurem Vorfahren nicht genug, einfach nur reich zu sein, nein, er wollte mehr und hat bei Grabungen unter dem Landgut Dinge entdeckt, die wohl besser unentdeckt geblieben wären. Nun liegt es an euch, das Anwesen wieder in Schuss zu bringen, Abenteurer anzuheuern und schlussendlich, die Familie von den Schrecken des Darkest Dungeon zu befreien.

Glücklicherweise gibt es immer Depp…ich meine mutige Abenteurer, die sich mit der Aussicht auf Ruhm und Reichtum anlocken lassen. Insgesamt 15 (17 mit DLC’s) verschiedene Charakterklassen wollen sich von euch anheuern lassen. Je weiter ihr im Spiel fortschreitet, desto mehr „Helden“ könnt ihr gleichzeitig rekrutieren. Jeweils vier könnt ihr dann auf eine Mission schicken. Jede dieser Klassen hat dabei bestimmte Stärken und Schwächen, die ihr dringend berücksichtigen solltet. Die Arbaleste beispielsweise fühlt sich mit ihrer Armbrust vor allem in der hintersten Kampfreihe wohl, setzt ihr sie an die erste oder zweite Stelle kann sie so gut wie nichts mehr ausrichten. Der Kopfgeldjäger wiederum kann an erster oder zweiter Stelle am besten agieren, ganz vorn oder hinten stehen ihm seine Fähigkeiten nur begrenzt zu Verfügung. Jeweils acht Fertigkeiten beherrscht jede Klassen, wobei nur vier davon aktiv sein können. Ihr seht schon, vor jeder Mission gilt es einiges zu überlegen.

Natürlich stoßt ihr nicht sofort in die grausigen Tiefen des Darkest Dungeon vor, das wäre schließlich Wahnsinn (und von dem gibt es auch schon genug). Neben dem namensgebenden Darkest Dungeon gibt es noch vier weitere Gebiete, die ihr erforschen könnt und auch sollt, um euch auf die finalen Schrecken vorzubereiten. Diese sind thematisch sehr unterschiedlich und um das Anwesen herum platziert. In den Ruinen nahe des Anwesens trefft ihr vornehmlich auf Skelette und solche, die es mal werden wollen, im Wald warten Diebe und Wegelagerer, in der Meereshöhle Fischmenschen und sonstiges mit Kiemen und im Labyrinth werdet ihr mit den ehemaligen Experimenten eures Vorfahren konfrontiert, darunter vor allem Schweinemenschen. Jedes der Gebiete erfordert dabei andere Taktiken und verschiedene Gruppenzusammensetzungen. So sind die Skelette in den Ruinen quasi immun gegen Blutungen (macht ja auch irgendwie Sinn), daher machen Angriffe mit Blutungsschaden wenig Sinn. Charaktere wie der Wegelagerer, der solche Angriffe einsetzt, bleiben darum lieber in der Sicherheit des Dorfes. Stattdessen nimmt man in diesem Fall besser den Pestdoktor mit, denn der hat sich auf Angriffe mit Gift spezialisiert und dafür sind die Skelette dann schon deutlich anfälliger.

Sobald ihr eure Party ausgewählt und mit genügend Proviant ausgestattet habt, könnt ihr sie in einen der fünf Dungeons schicken. Diese können klein, mittel oder groß sein. In kleinen Dungeons müsst ihr nicht rasten, in mittleren und großen dagegen schon. Bei einer Rast füllt ihr -genug Proviant vorausgesetzt- Lebenspunkte auf und könnt verschiedene Rastfähigkeiten nutzen, die euch bei der weiteren Erkundung helfen. Ein Dungeon besteht ganz im klassischen DnD Stil aus Räumen und den sie verbindenden Gängen. Habt ihr eine Klasse mitgeschickt, die eine hohe Erkundungschance hat, dann wisst ihr mit etwas Glück, was in den euch umgebenden Räumen und Gängen auf euch wartet. Wenn nicht, dann müsst ihr blind losziehen. Da es nicht für einzelne Kämpfe, sondern nur für abgeschlossene Missionen Erfahrungspunkte gibt, lohnt sich die Erkundungsfähigkeit ungemein, da ihr so unnötigen Kämpfen im Zweifelsfall aus dem Weg gehen könnt oder die zumindest wisst, dass in dem nächsten Raum Gegner warten, wodurch ihr diese leichter überraschen könnt. Das lohnt sich gleich in doppelter Hinsicht: zum einen verliert ihr durch Kämpfe natürlich Lebenspunkte, doch vor allem steigert sich auch der Stresslevel der Helden.

Stress ist eines der zentralen Elemente von Darkest Dungeon. Im Verlauf von Missionen und wie erwähnt vor allem durch Kämpfe, steigt der Stresslevel an. Klar, in einem dunklen Gemäuer herumirren, in dem hinter jeder Ecke ein Monster lauern kann, stresst durchaus. Erreicht ein Held ein zu hohes Stressniveau, wird seine oder ihre Entschlossenheit getestet. Meistens geht das nicht gut aus und der Held wird in irgendeiner Form wahnsinnig, entwickelt starke Ängste oder dreht sonst irgendwie durch. Dann weigert er sich teilweise zu kämpfen, handelt eigenmächtig oder verursacht bei seinen Mitstreitern durch Aussagen wie „Wir werden alle sterben!“ nur noch mehr Stress. Man kann eine Mission zwar jederzeit abbrechen, aber dann entgehen einem natürlich die Belohnungen und seien wir doch mal ehrlich: der nächste Freiwillige kommt bestimmt. Denn bei Darkest Dungeon dürft ihr vor allem eins nicht haben: Mitleid mit euren Rekruten. Die kommen nämlich kontinuierlich nach und sind kostenlos, wodurch ihr Verschleiß fast schon vorprogrammiert ist. Der Waffenknecht hat bei der letzten Mission einfach zu viel Stress abbekommen? Egal, wird entlassen. Natürlich gibt es auch Helden, die sich über mehrere Missionen hinweg wacker schlagen und bewähren, in diese kann man dann investieren.

Nach getaner Arbeit geht es nämlich immer wieder ins Dorf, das in der Nähe eures Familienanwesens liegt, zurück. Dort habt ihr verschiedenen Möglichkeiten, eure Wagemutigen fit für die nächste Mission zu machen. So könnt ihr ihre Waffen und Rüstungen verbessern, Fertigkeiten aufwerten oder freischalten, negative Ticks und Krankheiten entfernen lassen oder positive Eigenschaften festigen. Auch der Stress kann hier auf verschiedenste Weise abgebaut werden, wobei jeder Rekrut seine persönlichen Lieblingsmethoden hat. Die Heilige geißelt sich gerne im Kloster oder betet, der Wegelagerer geht stattdessen ins Wirtshaus und spielt oder trinkt. Durch die Ticks, die sich eure Helden während ihrer Missionen quasi „einfangen“, kommt es dabei auch zu Konflikten. So besaß eine meiner Rekrutinnen die positive Eigenschaft, Stress durch meditieren deutlich schneller abzubauen. Dumm nur, dass einer ihrer Ticks war, dass sie für den Stressabbau nur das Bordell besuchen wollte. In dem Fall kann das Sanatorium helfen, denn dort könnt ihr Ticks auf ganz humane und ohne ethische Probleme entfernen lassen.

Habt ihr einen Dungeon oft genug erkundet, dann wird irgendwann eine Bossmission erscheinen. Bei dieser wartet -meistens im entferntesten Raum- ein besonders starker Gegner. Schafft ihr diese Missionen, winkt euch nicht nur mehr Gold und Erbstücke, mit denen ihr euer Anwesen ausbauen könnt, sondern auch besonders gute Relikte. Diese können eure Helden auf verschiedene Weise stärken, indem sie ihnen beispielsweise eine höhere Ausweichchance oder stärkere Blutungseffekte verleihen. Schlechtere Relikte haben dabei meist neben einem positiven auch einen negativen Effekt, seltenere Relikte dagegen stärken die Helden mit weniger Einbußen.

Überhaupt muss man bei Darkest Dungeon häufig zwischen positiven und negativen Folgen abwägen und mit diesen Konsequenzen dann auch leben, denn es gibt kein manuelles Speichern. Das Spiel speichert automatisch, sodass getroffene Entscheidungen permanent sind. Apropos permanent: sterben eure Helden, dann bleiben sie auch tot, es gibt keine Wiederbelebungszauber. Das ist vor allem im späteren Spiel schlimm, wenn man eine voll ausgebaute Heldengruppe verliert. Darkest Dungeon bietet euch jedoch drei Schwierigkeitsgrade, wobei auch der leichteste schon fordert. Es gibt außerdem die Möglichkeit, in den Optionen Dinge wie kritische Treffer der Gegner oder negative Ereignisse anzupassen bzw. auszuschalten.

Was Darkest Dungeon meiner Meinung nach wirklich besonders macht, ist die Atmosphäre. Einen ganz großen Beitrag dazu leistet der Sprecher, der (nur auf Englisch) Kämpfe und Ereignisse kommentiert. Dazu kommt ein schöner düsterer Grafikstil, die Landschaften und Charaktere teilweise sind fast schon morbide gezeichnet. Die Animationen sind insgesamt sparsam gehalten, fangen das Flair des Spiels jedoch gut ein. Der Soundtrack ist unaufdringlich aber eingängig, auf Wunsch kann das Spiel jedoch auch komplett stumm schalten.

Das größte Manko der Konsolenfassungen ist leider nach wie vor die unintuitive Steuerung, man merkt auch auf der Switch leider sehr deutlich, dass das Spiel primär für den PC optimiert wurde. Zwar haben die Entwickler für die Switch eine Touch-Steuerung eingebaut, diese lohnt sich aber nur bedingt. Vor allem, weil das Spiel im portablen Modus auf dem kleinen Bildschirm dann doch etwas klein ist, habe ich die Touch-Steuerung kaum verwendet. Gleichzeitig ist die Switch-Fassung dank der Möglichkeit, Darkest Dungeon unterwegs zu spielen, richtig gut.

Wollt ihr nicht nur das Hauptspiel, sondern auch die beiden bisher erschienenen DLC’s „The Crimson Court“ und „The Shieldbreaker“ spielen, könnt ihr das auf der Switch auch tun. Auch der dritte DLC, „The Color of Madness“, wird für die Switch erscheinen.

Insgesamt gehört Darkest Dungeon zu den besseren Rollenspielen der letzten Jahre, vor allem in dem, in letzter Zeit sprießenden, Rogue-like Genre. Die Atmosphäre ist fantastisch, was nicht zuletzt am tollen Erzähler liegt, der euch durch das Spiel begleitet. Auch Grafik und Sound tragen ihren Teil dazu bei, so dass mit dezenten Stilmitteln ein schön düsteres Rollenspiel mit Lovecraft Flair entsteht. Sterben die „Helden“, bleiben sie tot, dadurch werden Entscheidungen wichtig und jede Mission zum Nervenkitzel. Durch die große Auswahl an Klassen hat man die Möglichkeit, verschiedenste Kombinationen an Abenteurern loszuschicken und auf die fünf Dungeons abzustimmen. Ein Wehrmutstropfen bleibt auch bei der Switchversion die Steuerung, denn die ist ganz klar für den PC optimiert, als Konsolero muss man sich daher mit einer nicht wirklich optimalen Tastenbelegung herumschlagen. Dafür bietet die Switch den wirklich großartigen Vorteil, dass man Darkest Dungeon nun auch unterwegs spielen kann, was bei diesem Titel wirklich Sinn macht. Zwar sind vor allem die Texte in der mobilen Version recht klein, für mich überwiegen dennoch die Vorteile der Mobilität.

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Darkest Dungeon
Wertung der Redaktion: 

84/100

  • Publisher: Red Hook Studios
  • Getestet auf: Nintendo Switch
  • auch für: PS 4, PS Vita, PC, iPad
  • Preis: P~24€

 

 

 
27/30Technik+ Schöne, düstere Grafik
+ Stimmiger Sooundtrack
+ Toller Sprecher
+ Tochsteuerung möglich (Switch)
- Sprachausgabe nur Englisch
- Tw. kleine Grammatikfehler
- Sehr gewöhnungsbedürftige Steuerung
- Im Handheldmodus etwas kleine Schrift
25/30Umfang+ Dungeons sind thematisch abwechslungsreich
+ Je nach Schwierigkeitsgrad unterschiedliche Länge
+ Viele Verschiedene Klassen und Kombos
- Missionsziele sehr ähnlich
27/30Gameplay+ Hoher Wiederspielwert
+ Schwer aber meist fair
+ Packendes Spielgefühl
+ Viele Ausbaumöglichkeiten im Dorf
+ Viele DnD Elemente
- Tw. leider Dungeongrinding nötig
5/10Spezifisch+ Viele Relikte zur Verbesserung der Helden
+ Tolles Setting
- Preis/Leistung für inzwischen doch recht altes Spiel etwas zu schlecht

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[wptouch target=”mobile”]Die Wertung kann nur auf einem PC oder Tablet gelesen werden.
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Fazit:

[rating itemreviewed=”Darkest Dungeon” rating=”84″ reviewer=”Yannik Thelen” dtreviewed=”22.01.2018″ best=”100″ worst=”0″]

Insgesamt gehört Darkest Dungeon zu den besseren Rollenspielen der letzten Jahre, vor allem in dem, in letzter Zeit sprießenden, Rogue-like Genre. Die Atmosphäre ist fantastisch, was nicht zuletzt am tollen Erzähler liegt, der euch durch das Spiel begleitet. Auch Grafik und Sound tragen ihren Teil dazu bei, so dass mit dezenten Stilmitteln ein schön düsteres Rollenspiel mit Lovecraft Flair entsteht. Sterben die „Helden“, bleiben sie tot, dadurch werden Entscheidungen wichtig und jede Mission zum Nervenkitzel. Durch die große Auswahl an Klassen hat man die Möglichkeit, verschiedenste Kombinationen an Abenteurern loszuschicken und auf die fünf Dungeons abzustimmen. Ein Wehrmutstropfen bleibt auch bei der Switchversion die Steuerung, denn die ist ganz klar für den PC optimiert, als Konsolero muss man sich daher mit einer nicht wirklich optimalen Tastenbelegung herumschlagen. Dafür bietet die Switch den wirklich großartigen Vorteil, dass man Darkest Dungeon nun auch unterwegs spielen kann, was bei diesem Titel wirklich Sinn macht. Zwar sind vor allem die Texte in der mobilen Version recht klein, für mich überwiegen dennoch die Vorteile der Mobilität.

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