90
Wertung

Die Football-Simulation „Madden NFL“ geht mit „Madden NFL 19“ in die nächste Runde. Fans des beliebten amerikanischen Sports fragen sich, ob in der diesjährigen Ausgabe genügend Neuerungen stecken, die einen Kauf rechtfertigen. Wir, als alte Fantasy Pros und Sonntagnacht-Eulen haben uns das neue Spiel von Electronic Arts genau angesehen.

Touchdown!

Gleich vorweg, bahnbrechende Neuerungen darf man sich von „Madden NFL 19“, dessen diesjähriger Coverstar Antonio Brown ist, nicht erwarten. Wie bei vielen EA Sports-Spielen, wurde auch bei der neuesten Madden-Auflage an ein paar Gameplay-Schrauben gedreht, so dass sich das Spiel anders anfühlt als der Vorgänger. Außerdem wurden die Kader aktualisiert und der Story-Modus „Longshot“ erhielt eine Fortsetzung. Hie und da gibt es sie aber eben doch. Die neuen Features und Verbesserungen, bei denen man schon ins Grübeln kommen kann, ob man sie nicht selbst ausprobieren und sich den neuen Teil doch zulegen möchte. Die Geschichte einer Gratwanderung:

Inhaltliche Neuerung

Mit „Longshot: Homecoming“ geht der Story-Modus von Madden, ähnlich „The Journey“ aus der FIFA-Reihe, in die Verlängerung. Wer den ersten Teil vergangenes Jahr gespielt hat und sich noch an die Geschehnisse erinnert, findet in diesem Jahr wieder schnell den Anschluss. Neulinge haben es anfangs aber schwer, so richtig in die Geschichte hineingezogen zu werden. Aufgrund einer fehlenden filmischen Zusammenfassung bleibt manches unklar. Viel Zeit in das Leben der beiden Protagonisten Colt Cruise, der zeitlich immer mehr von Verpflichtungen abseits des Footballs eingedeckt ist, und Davin Wade, der sich zum Start bei einem Trainingslager der Dallas Cowboys beweisen möchte, einzutauchen, bleibt bei einer Spielzeit von vier Stunden ohnehin nicht. Unterm Strich ist „Longshot: Homecoming“ ein durchwachsenes Erlebnis. Das ist durchaus schade, hätte der Modus doch die Chance gehabt, ein echtes Highlight von „Madden NFL 19“ zu werden. Zu oft kommt die spielerische Freiheit jedoch zu kurz. Zu oft wiederholen wir einen geforderten Spielzug zehn, fünfzehn Minuten, weil er einfach nicht gelingen will – Konsequenzen fürs Versagen bleiben aus. Zu oft fühlt sich der Verlauf der Geschichten der beiden Protagonisten nicht zu Ende gedacht an.

Madden NFL 19

Echtes NFL-Feeling

Abseits des eher mittelmäßigen Story-Modus macht „Madden NFL 19“ aber einige Dinge sehr gut. ‚On point‘ ist beispielsweise die Präsentation und Aufmachung einzelner Spiele. Das fängt bei den großartigen (englischsprachigen) Kommentatoren an, die gekonnt und manchmal auch mit einer Portion Humor auf das Spielgeschehen eingehen und auf vorherige Kommentare Bezug nehmen und geht über eine gut gemachte „Vorberichterstattung“ vor jeder Partie mit Außenansichten in Form von Kamerafahrten von Stadien der Buffalo Bills, Chicago Bears, Tampa Bay Buccaneers, Kansas City Chiefs, Miami Dolphins, Atlanta Falcons, New England Patriots oder Tennessee Titans bis hin zur tobenden Zuschauermenge. Nicht zu vergessen die „Fan Celebrations“ (= individuelle Jubelmöglichkeiten der Spieler bei Erzielen eines Touchdowns, Sack oder Safety), die ebenfalls zu einem echten NFL-Feeling beitragen.

Madden NFL 19

 

Veränderungen auf dem Rasen

In „Madden NFL 19“ wollte EA den Spielern noch mehr Kontrolle über ihre Stars auf dem Rasen geben. Im zweiten Jahr, in dem das Spiel mit der Frostbyte-Engine auf den Markt kommt, merkt man vor allem beim Laufspiel Veränderungen in der Steuerung – sie bleiben auf dem Papier zwar größer, als sie sich im Spiel tatsächlich anfühlen, die Verlockung RBs mit dem Ball auf die Reise zu schicken ist aber so hoch wie schon lange nicht mehr. Das Schlagwort lautet „Real Player Motion“. Ein System, das für „authentische Spielerbewegungen, mehr Spielerkontrolle und Ansprechempfindlichkeit“ sorgt. Die drastischsten Auswirkungen auf das Gameplay hat dabei die so genannte „Locomotion“. Diese Funktion erlaubt scharfe Cuts genauso wie abgerundete Bewegungen – je nachdem was der Spieler gerade bevorzugt. Mit gedrückter RT/R2-Taste läuft der Sportler mit vollem Tempo los und durchbricht die gegnerische Verteidigung. Lässt man die Taste los und verändert mit dem linken Stick die Richtung, lassen sich scharfe, präzise Cuts und drastische Richtungswechsel vollziehen. Neben Special-Moves, die leichter aneinandergereiht werden können, wurde zudem ein neues Kollisionssystem in der Luft für Receiver eingeführt. In Kombination mit Neuerungen im Catching-System führt dies zu mehr spielerischer Freiheit beim Steuern eines Receivers.

Madden NFL 19

Man kann jetzt jubeln – hurra!

Nach einem Touchdown, Sack oder Safety haben Spieler die Möglichkeit, durch Ausführen einer Tastenkombination den gesteuerten Athleten jubeln zu lassen:

  • RS nach oben – Team-/Gruppenjubeln
  • RS nach rechts – Spike
  • RS nach unten – Spieler-Signature
  • RS nach links – Tanzen
  • RS drücken (=R3) – Swagger: Eine Signature-Animation vom gegnerischen Team stehlen

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Madden NFL 19
Madden NFL 19
Fazit
Creative Assembly hat mit Total War: Warhammer einen sehr mutigen Schritt getan und tatsächlich die Serie in das Fantasy-Genre verfrachtet. Allgemein ist dieses Vorhaben sehr gut gelungen, für ein ausgezeichnetes Spiel fehlt aber leider noch etwas. Allzuviele Features der Vorgänger, die bei den Fans und auch bei Neulingen sehr gut angekommen sind, wurden im neuen Serienteil nicht implementiert. Auch der teilweise zu linear gewordene Spielablauf spielt eine Rolle. Für Einsteiger ist Total War: Warhammer ein guter Anfang, es bleibt zu hoffen, dass Creative Assembly für die zwei Erweiterungen auch wieder Inhalte für Serienfans liefert und das Spiel wieder einen Tick komplexer gestaltet.
Technik95
Umfang90
Gameplay90
Spezifisch83
Leserwertung0 Votes0
Besser
Animationen wirken echt und wuchtig
Gute Steuerung und Shortcuts
volles Lizenz-Programm
viele Spielzüge vorhanden
umfangreiches Tutorial
Viele mögliche Moves
grandiose Präsentation
Schlechter
KI nicht ideal
keine eigenen Spielzüge erstellbar
Verhalten der Spieler manchmal nicht nachvollziehbar
Story-Modus
90
Wertung

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