Shadow Warrior 2

Shadow Warrior 2 - Test, Review, Kaufberatung

Blutig, schnell und vollgepackt mit derben Sprüchen. Flying Wild Hog präsentiert Shadow Warrior 2, die Fortsetzung des 2013 veröffentlichten Reboots. Ob der Titel zu mehr als sinnfreies Gemetzel taugt, erfahrt ihr in unserer Review.

 

Das polnische Entwicklerstudio geht in die nächste Runde mit Protagonist Lo Wang und seinem losen Mundwerk. Ohne Vorkenntnisse zum ersten Teil haben wir uns das Sequel genauer angeschaut und die englische PC-Version von Shadow Warrior 2 getestet.

 

Mein Name ist Hase, ich weiß von nichts

Angesetzt fünf Jahre nach den Ereignissen des ersten Teils, übernehmt ihr erneut die Rolle von Lo Wang, mittlerweile Auftragssöldner. Ohne Vorkenntnisse zum ersten Teil werdet ihr zunächst etwas verwundert über die Spielwelt sein, in der Dämonen, unsterbliche Götter aus einer anderen Dimension und die Energie Chi zum Alltag gehören. Die Anspielungen halten sich zum Glück in Grenzen, sodass ihr durch Dialoge die wichtigsten Ereignisse aus dem Vorgänger erfahrt. Komplette Neueinsteiger werden dennoch ab und zu Probleme haben, die vielen Namen auf Anhieb zuzuordnen. Den Spielspaß und der Geschichte tut das im Ganzen aber nicht weh.

Shadow Warrior 2 - Test, Review, Kaufberatung
 

Durch einen nicht ganz erfolgreichen Auftrag haust die Seele der Wissenschaftlerin Kamiko notgedrungen in Lo Wangs Körper. Ihr eigener wurde während eines Experiments korrumpiert und ihrer Seele drohte dasselbe Schicksal. Um euren ungebetenen Gast aus dem Kopf zu kriegen, müsst ihr also ihren Körper heilen. Doch nicht nur die örtlichen Yakuza, sondern auch die Götter aus dem Schattenreich haben Interesse an der jungen Dame, sodass ihr euch plötzlich in einem gewaltigen Konflikt voller Intrigen wiederfindet, bei dem das Schicksal der Welt auf dem Spiel steht.

Die Geschichte mag auf dem Papier kein Bestseller sein, aber sie ist unterhaltsam und vor allem fantastisch inszeniert. Wer Humor â la Borderlands oder Deadpool mag, wird sich schnell mit Lo Wang anfreunden können. Die Dialoge und Synchronisation machen jedes Gespräch und jede Sequenz zu einem Genuss. Ein Lob an die Synchronsprecher, welche einen außerordentlichen Job abgeliefert haben. Wer jedoch mit derben Sprüchen, schwarzem Humor und einer umfangreichen Palette an Beleidigungen nichts anfangen kann, hat zumindest die Möglichkeit alle Sequenzen zu überspringen. Alle anderen dürfen Lo Wangs Charme (und Peniswitze) in voller Pracht genießen.

 

Schön blutig mit brutalem Spaßfaktor

Bevor es richtig losgeht, erklärt das einsteigerfreundliche Tutorial die Steuerung. Gefällt euch die Tastenbelegung nicht, könnt ihr sie komplett nach eurem Geschmack anpassen. Genauso verhält es sich mit der HUD-Anzeige, den Grafikeinstellungen und diversen Gameplay-Elementen. Das Spiel bietet umfangreiche Anpassungsmöglichkeiten, damit kein Wunsch offenbleibt. Optisch sieht der Titel auch richtig gut aus und lässt kaum Grund zur Beschwerde. Sehr selten hat eine Animation nicht so hübsch wie sonst ausgesehen oder die Framerate ist vereinzelt in einem großen Gemetzel etwas Shadow Warrior 2 - Test, Review, Kaufberatungeingebrochen. Ansonsten läuft der Titel stabil und flüssig, was angesichts der schnellen und actionreichen Schlachten mit Gegnerhorden positiv überrascht hat. Die Texturen und Schatten sehen dabei ebenfalls durchgehend gut aus, selbst bei mittleren Einstellungen.

Für mächtige Grafikkarten hat der Titel eine üppige Auswahl an erweiterten Grafikoptionen, damit die Gliedmaßen noch schöner vom Körper fliegen. Besonders die Partikeleffekte kommen dann voll zur Geltung. Einige Charaktermodelle sehen aus der Nähe manchmal jedoch weniger hübsch aus und auch die Ladezeiten können sich ordentlich hinziehen. Musikalisch legt der Titel dafür stets passende Musik auf, sodass Lo Wangs Ausflüge mit der Kettensäge noch spaßiger werden. Auch hier liefert er ein großes Repertoire mit passenden und witzigen Sprüchen, die selbst am Ende des Spiels nicht langweilig wurden. Nach 12 Stunden haben wir die Hauptstory und alle Nebenquests abgeschlossen. Mehrere Schwierigkeitsgrade und ein New Game Plus laden zum wiederspielen ein. Vor jedem Spielstand laden könnt ihr zudem den Schwierigkeitsgrad der Session neu einstellen und entscheiden, ob ihr eine Multiplayer-Runde daraus machen wollt. Bis zu vier Spieler dürfen sich hier ein gemeinsames Blutbad gönnen.

 

Liebe selbst im kleinsten Detail

An der Oberfläche sieht der Titel prächtig aus, doch wie spielt er sich? Schnell, actionreich und mit einem feinschliff, den man heutzutage vermisst. Die Kämpfe sind dank der verfügbaren Spielmechaniken und Ästhetik einfach nur spaßig. Spezialangriffe im Nahkampf oder große Kaliber fühlen sich beim Einsatz richtig gut an und hinterlassen auch beim Gegner sichtbare Spuren, was aus der Ego-Perspektive besonders schön aussieht. Mit Doppelsprung und Dash im Gepäck nutzt ihr als moderner Ninja eine Vielzahl an Klingen-, Schuss und Sonderwaffen und fegt geradezu durch das Schlachtfeld. Eure Waffen haben nicht nur einen tollen Namen wie „Genocider“, „Stick of Doom“ oder die „Warrrsaw“, sondern sehen auch super aus. Für eure Nahkampfwaffen gibt es auch eine Reihe von Skills, welche das Gameplay noch einen Tick unterhaltsamer machen. Die Auswahl an verfügbaren Waffen mag schnell überwältigen, doch damit ist für jeden Geschmack gesorgt, sodass ihr beim Metzeln auch wirklich die Waffe eures Vertrauens parat habt. Vor allem für die Bossgegner wollt ihr nicht mit der falschen Ausrüstung im Gepäck in die Schlacht. Mit eurem Chi stehen euch dabei eine Reihe an magischen Kräften zur Verfügung, die euch vor allem in brenzligen Situationen am Leben halten. Sollte das mal doch nicht klappen, werdet ihr beim letzten Checkpoint gespawned und verliert zur Strafe etwas Geld und Erfahrung.

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Ein gutes Arsenal Waffen wird immer wichtiger. Die vielfältigen menschlichen, mechanischen und dämonischen Gegner kommen in allen Größenordnungen und sind mitunter gegen bestimmte Schadenstypen resistent. Mit der falschen Ausrüstung wird Wangs Lieblingssport dann zum  Selbstmord.

Seine körperliche Betätigung gibt es in verschiedenen Orten, was eine angenehme Abwechslung liefert. Der Mix aus futuristischer Stadt, ländlichen Dörfern und dämonischen Ebenen ist mehr als willkommen. Die teilweise procedural erstellten Gebiete sind dabei manchmal unnötig zu groß geraten, was zwar ein tolles Feeling gibt, aber die Secret-Suche dezent erschweren kann. Wer konsequent durchdachte, einzigartige Leveldesigns und Strukturen fordert, wird letztlich nicht glücklich. Euren Frust könnt ihr an der zerstörbaren Umgebung abladen. Alle anderen Gegenstände findet ihr problemlose dank der herrlich übersichtliche Minimap, die euch akkurat und verlässlich anzeigt wohin ihr gehen müsst oder wo sich Loot, Gegner und Questgeber befinden.

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Um eure Gegner effizient von ihren Gliedmaßen zu trennen, investiert ihr in verschiedene Skills. Diese sind vorbildlich detailliert beschildert und können bei Bedarf auch resettet werden. Skillpunkte verdient ihr euch in Haupt- und Nebenquests, sowie durch Level-Ups. Dabei stehen euch eine ganze Reihe an Skills zur Verfügung, die ihr gemäß eurem individuellen Spielstil auswählen könnt. Die Erfahrungsanzeige ist etwas versteckt (die Mitte des goldenen Drachens, der eure aktuelle Waffe anzeigt) was letztlich nicht sonderbar stört. Nach abgeschlossenen Sidequests könnt ihr zum Gebiet zurückkehren und im „Free-Roaming“ zusätzliche Erfahrung und Loot erkämpfen. Wer während dieser Trainingsrunde oder einer Hauptmission eine Pause einlegen will, kann jederzeit zu seinem Stützpunkt zurückkehren. Ebenfalls schön ist ein Photo-Mode, mit dem ihr euren schönsten Momente für die Ewigkeit aufnehmen könnt.

 

Loot, so weit das Auge reicht

Von euren Gegner und aus Schatztruhen in der Spielwelt gibt es Geld, Relikte und eine gewaltige Anzahl an Collectibles. Mit den Relikten könnt ihr euch selber und euren Waffen zusätzliche Eigenschaften verleihen. Dabei sind unter anderem verschiedene elementar Effekte, eine Erhöhung des Schadens und auch besondere Features wie Dual-Wielding oder aufgeladene Schüsse. Die Klunker sammeln sich sehr schnell und können euer Inventar zumüllen, doch dafür bietet das Spiel einen „Junk“-Abschnitt, in den ihr Shadow Warrior 2 - Test, Review, Kaufberatungungewollte Gegenstände schnell und leicht zum Verkauf aussortieren könnt. Auf diese regelmäßige Arbeit könnt ihr euch schonmal einstellen, da sie locker alle 20 Minuten erfolgen kann. Die örtlichen Läden erneuern ihre Auswahl an Waffen, Skills und Artefakte im Sortiment täglich, weshalb es sich immer lohnt gut bei Kasse zu sein.

 

Die vielen Collectibles nehmen die Form von Tagebucheinträgen, Sprüchen aus Glückskeksen, Geschichten und anderen Schriftstücken an. In der „Wanglopedia“ könnt ihr diese in Ruhe durchlesen. Hier findet ihr auch detaillierte Einträge zu euren Waffen, Gegnern und Figuren im Spiel, welche ebenfalls mit viel Humor geschrieben sind und absolut lesenswert sind. Darüber hinaus geben die Tagebucheinträge interessante Einblicke auf die Gedanken mancher Figuren und was in den 5 Jahren nach dem ersten Titel alles passiert ist.

Das Spiel bietet dabei jedoch insgesamt wenig Abwechslung. Wer also schnell gelangweilt ist und bereits mit Titeln wie Borderlands wenig anfangen kann, wird mit Shadow Warrior 2 womöglich weniger Freude haben auf die Dauer. Die vielen Waffen, Gegner und die Inszenierung haben zumindest unseren Spielspaß am Gameplay selbst nach dem zweiten Spieldurchgang prächtig am Leben gehalten.

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Shadow Warrior 2
Shadow Warrior 2 - Test, Review, KaufberatungWertung der Redaktion:

92/100

  • Publisher: Devolver Digital
  • Getestet auf: PC
  • auch für: PS4
  • Preis: 36,99 €

 

 

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27/30Technik+ wunderschöne Grafik
+ sehr guter Soundtrack
+ umfangreiche Anpassungsmöglichkeiten bezüglich Steuerung, HUD und Grafik
+ fantastische Synchronisation
- einzelne Charaktermodelle sehen aus der nähe nicht so schön aus
- vereinzelte Framerateeinbrüche in großen Kämpfen
28/30Umfang+ schöne, Abwechslungsreiche Spielwelten und Gegner
+ umfangreiche Waffen-, Upgrade- und Skillauswahl
+ solide 12 Stunden Spielzeit mit Sidequests pro Durchgang
+ New Game Plus
+ sehr viele Collectibles
- Relikte müllen schnell das Inventar zu
- sehr selten gibt es unklare Dialoge ohne das Vorwissen zum ersten Teil
27/30Gameplay+ schnelle und brutale Action
+ Viele, gut erklärte Schwierigkeitsgrade
+ Multiplayer-Sessions mit bis zu 3 weiteren Personen
+ einfache und spaßige Steuerung
- einige Levels sind etwas zu große geraten
- das Gameplay kann für manche repetitiv werden
10/10Spezifisch+ Derber Humor, so schwarz wie die Nacht
+ umfangreiche, detailreiche und humorvolle Waffenauswahl
+ viele, liebevolle und angenehme Details

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[wptouch target=”mobile”]Die Wertung kann nur auf einem PC oder Tablet gelesen werden.
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Fazit:

[rating itemreviewed=”Shadow Warrior 2″ rating=”92″ reviewer=”Martin Federlein” dtreviewed=”18.10.2016″ best=”100″ worst=”0″]

Shadow Warrior 2 ist ein unverschämt witziger Titel der rundum überzeugt und die Lachmuskeln bis zur Erschöpfung beansprucht. Das Gameplay ist schnell, blutig und macht genauso viel Spaß, wie es brutal ist. Die Musik unterlegt stets die Stimmung passend mal mit mystisch klingenden Tönen oder harten, rockigen Klängen und mit einem Humor so derb werden selbst die kürzesten Dialoge zu einem Fest. Die umfangreichen Einstellungen und Anpassungsmöglichkeiten stellen selbst manche große Titel in den Schatten und verleihen dem Spiel eine fantastische Optik. Zwar bietet er insgesamt wenig Abwechslung und läuft Gefahr repetitiv zu werden, doch auch nach 20 Stunden haben wir uns noch lange nicht satt gespielt. Aufgrund seines Humors und Darstellungen ist er nicht für jeden geeignet, doch wer bereits Freude mit ähnlichen Spielen hatte, kommt bei Shadow Warrior 2, auch ohne Vorwissen zum ersten Teil, voll auf seine kosten. Die wenigen Makel werden von den vielen, liebevollen Details mehr als kompensiert und zeugen unübersehbar, wie viel Arbeit die Entwickler in den Titel gesteckt haben.

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So testen Wir

 

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Seit über 3 Jahren darf ich mich schon Mitglied in der Redaktion von ZATC schimpfen und durfte News, Reviews und anderen Schabernack schreiben. Als Kind der legendären 90er waren Klassiker à la Final Fantasy , Metal Gear Solid und The Legend of Zelda meine treuen Weggefährten. Über Bioshock und Knights of the Old Republic ging es dann langsam auch zum PC. Die Skepsis gegenüber Spielebewertungen und fragwürdig positiven Reviews wurde mit dem Alter immer größer, weshalb letztlich die Entscheidung getroffen wurde, selber etwas zu unternehmen. Mit der festen Überzeugung, dass wir für unser Geld auch entsprechende Unterhaltung kriegen sollen, ist für mich ein gutes Preis/Leistungsverhältnis wichtig. Halbfertige Spiele, faule Sequels und gebrochene Spielmechaniken zum Release gehören für mich bei kleinen, genauso wie bei großen Titel abgestraft, was die Bewertung angeht. Wenn Entwickler und Publisher unser hart verdientes Geld wollen, sollen ihre Spiele das auch wert sein.

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