73
Wertung

Zehn Jahre nach der ersten Veröffentlichung von The World Ends With You auf dem Nintendo DS feiert das Actionspiel von Square Enix und Jupiter sein Comeback. Die Steuerung wurde auf die Nintendo Switch Konsole angepasst und bietet neben dem Hauptspiel von damals auch ein paar kleine Neuerungen. Ob The World Ends With You auch noch heute überzeugen kann, werdet ihr in diesem Review herausfinden.

Diese wundervolle Welt
Hauptcharakter Neku findet sich eines Tages in Shibuya, einem Stadtteil Tokyos wieder. Obwohl ihm das Umfeld bekannt ist, hat sich doch etwas verändert: Die Leute um ihn herum scheinen ihn nicht mehr zu bemerken und er kann plötzlich ihre Gedanken lesen. Zudem taucht ein seltsamer Pin in seiner Hosentasche auf. Bevor er sich versieht ist er von seltsamen Schattenmonstern umzingelt und kämpft gemeinsam mit einem jungen Mädchen namens Shiki gegen diese. Es stellt sich bald heraus, dass Neku sich in einer Parallelwelt befindet in der ein Spiel um Leben und Tod gespielt wird. Täglich wird eine Mission von den Spielleitern – den Reapern – ausgeschrieben, die von den Spielern erfüllt werden muss, sonst wird man gelöscht. Neku lässt sich zusammen mit seiner Partnerin Shiki auf das Spiel ein und kämpft dabei nicht nur ums Überleben, sondern versucht auch den Hintergründen dieses Spiels auf die Schliche zu kommen.

 

The World Ends With You besteht aus einer Mischung aus actionreichen Kämpfen, dem Ausführen von Missionen in der Welt und vielen Konversationen zwischen den Charakteren. Stilistisch ist das Spiel im Anime-Stil gehalten und sieht sowohl im Handheld-Modus als auch im TV-Modus gestochen scharf aus. Man merkt bei der Inszenierung allerdings schnell, dass es sich um ein Remake handelt, denn die Konversationen und Zwischensequenzen sind in Standbildern und ohne großartige Synchronisation inszeniert. Dafür kann The World Ends With You mit einem ausgezeichneten Soundtrack punkten. Dieser ist eine Mischung aus J-Pop und Hip-Hop und sorgt für den ein oder anderen Ohrwurm. Der Soundtrack wurde noch einmal komplett überarbeitet und so kann man beim fertigen Spiel selbst zwischen dem alten und dem neuen Soundtrack wählen.

 

Mit Touch-Steuerung in den Kampf!
Im Vordergrund steht definitiv das Touch-Gameplay von The World Ends With You. Die Kämpfe können entweder im Handheld-Modus mit Touch-Steuerung oder im TV-Modus mit Hilfe des Joy-Con-Pointers gefochten werden. Auch durch die Welt und die Menüs wird mit dieser Steuerungsart navigiert. Die Touch-Steuerung funktioniert dabei relativ gut. Die Pointer-Steuerung funktioniert tatsächlich auch nicht so schlecht, allerdings verliert der Pointer sehr schnell seine Ausrichtung, so dass alle zwei Sekunden der Pointer per Knopfdruck neu ausgerichtet werden muss. Das ist auf die dauert doch eher nervig. Welche Angriffe Neku im Kampf ausführen kann, hängt davon ab mit welchen Pins er ausgestattet ist. Diese stellen die Angriffe bereit die man im Kampf gegen die „Noise“-Monster benötigt. So kann man beispielsweise mit einer Wischbewegung über den Gegner einen normalen Angriff ausführen, ein Wischangriff über Neku lässt ihn Geschosse schießen und wenn man den Boden rubbelt wird ein Erdbeben ausgelöst. Es gibt unzählige Angriffsarten und die Pins lassen sich durchs Kämpfen auch aufleveln. Das Kämpfen macht tatsächlich extrem Spaß und wird selten langweilig.

 

Die Angriffe kommen sich allerdings sowohl bei der Touch- als auch mit der Pointersteuerung manchmal in die Quere. Da die Angriffsbewegungen oft recht ähnlich sind hat das Spiel des öfteren Probleme zu erkennen, um welche Angriffsart es sich handelt. Beispielsweise funktioniert das Ausweichen nicht richtig, wenn man noch Slash-Angriffe im Petto hat. Das Problem gab es schon auf dem Nintendo DS, auch wenn es damals dank präziserer Touchpen-Steuerung nicht so ausgeprägt war. Mit der Zeit lernt man aber ganz gut damit umzugehen, so dass dieses Manko den Spielfluss nicht unbedingt behindert. Ein perfektes Gameplay darf man sich deswegen allerdings nicht erwarten. Ein wenig Gameplay dürft ihr euch in unserem nachfolgenden Video ansehen. Hier sehr ihr auch ein wenig vom Minigame „Tin Pin Fighter“.

 

Ohne Partner überlebst du nicht!
Eine wichtige Regel im Überlebensspiel von The World Ends With You ist, dass man ohne Partner nicht mehr am Spiel teilnehmen kann. Euer Partner kann aber doch viel mehr als nur mit euch reden. Im Kampf ist er eine essentielle Hilfe, denn ihr könnt ihn mit einfachen Touch-Bewegungen auf eure Gegner hetzen. Attackiert ihr beide gleichzeitig, füllt sich eine spezialleiste, mit der ihr dann eine verheerende Spezialattacke ausführen könnt. Im Gegensatz zu der DS-Ausgabe, wo ihr Neku auf dem unteren Bildschirm und seinen Partner auf dem oberen Bildschirm steuern musstet, ist im -Final Remix- alles nur noch auf einem Bildschirm. Dadurch hat man einen besseren Überblick über das Spielgeschehen. Eine weitere Neuerung ist der Mehrspieler-Modus. Jederzeit kann ein zweiter Spieler mit ins Spiel einsteigen, indem ihr einen Joy-Con abgebt. Zwar sind die Angriffsarten hier beschränkt, allerdings macht es doch gemeinsam sehr viel mehr Spaß als alleine. Mit einem Pro-Controller könnt ihr übrigens nicht spielen.

 

Auf der Suche nach dem Gelben vom Ei
Obwohl ihr täglich mit neuen Missionen von den Reapern ausgestattet werdet, muss man ein wenig zwischen storyrelevanten und lückenfüllenden Geschichten unterscheiden. Während im Großen und Ganzen doch eine tiefgründige und spannende Geschichte hinter The World Ends With You steckt, wird man leider allzu oft mit langweiligen und banalen Geschwätz abgespeist. Es ist nicht grade interessant, für eine Mission in fünf verschiedene Ecken der Stadt geschickt zu werden, nur um herauszufinden, wer ein Mikrophon geklaut hat. Ich habe mich beim Spielen oft ertappt, den Text nicht mehr zu lesen, da er mich zu Tode langweilte, was normalerweise nicht meine Art ist. Auch Missionen wie „Erledige fünf Noise“ oder „Trage nur Kleidungsstücke von Modemarke XY“ sind wenig motivierend und fühlen sich an, als ob krampfhaft nach Beschäftigung für die Spieler gesucht wurde.

 

Ebenso nach Lückenfüller sieht das Kleidungssystem aus. Ihr könnt euch in den zahlreichen Läden mit Kleidungsstücken eindecken, die eure Statuswerte erhöhen. Dabei gibt es für die vier Kategorien an Kleidungsstücken (Oberteile, Unterteile, Schuhe und Accessoires) unterschiedliche Marken, die auch einen Einfluss auf die Stadt haben. Trägt man in einem Bezirk, in dem eine bestimmte Marke modern ist, diese als Kleidungsstücke oder Pins, gibt es einen Bonus auf die Stats. Eigentlich ein interessantes System, würde man nicht ständig die Stadtteile wechseln und müsste, wenn man dem System nachkommen wollte, somit auch ständig die Ausrüstung wechseln. Auch gibt es von jeder Marke und jedem Kleidungsstück unzählige Einzelteile, die sich manchmal nur minimal in ihren Stats unterscheiden, weshalb es sehr unübersichtlich ist einen Überblick über das Modessystem zu halten und langfristig eher darauf verzichtet als mitzumachen. Zudem vertritt das Spiel somit zwei konträre Standpunkte gleichzeitig: Zum einen wird dem Spieler immer wieder gesagt „Sei du selbst!“ zum anderen bekommt man auch ständig eingetrichtert, den neusten Trends folgen zu müssen.

Neues auf der Switch
The World Ends With You ist nicht nur eine solide Portierung des alten DS-Klassikers. Dass es doch ein wenig mehr als das ist, beweist der zusätzliche Inhalt des Spiels. Das Minispiel Tin-Pin-Slammer wurde um einen Mehrspieler-Modus erweitert. Obendrauf gibt es eine deutschsprachige Textausgabe spendiert und eine kleine Erweiterung der Story klärt noch über ein paar offengebliebene Fragen auf, was zu einer Gesamtspielzeit von etwa 25 – 30 Spielstunden führt.

The World Ends With You -Final Remix-
Fazit
The World Ends With You -Final Remix- ist ein recht gut gelungenes Remake des zehn Jahre alten DS-Spiels. Die Touch-basierten Kämpfe machen sehr viel Spaß und sind nun da sich alles auf einem Bildschirm abspielt, auch ein wenig übersichtlicher. Ein zweiter Spieler kann jederzeit einsteigen und Nekus Partner übernehmen. Leider ist das Gameplay nicht ganz so präzise, wie man es sich wünscht. Insbesondere die Pointer-Steuerung am TV braucht ständige nachkalibrierung. Bild und Sound sind überarbeitet worden, dennoch merkt man an der fehlenden Synchronisation, den unkreativen Missionen und dem unausgefeilten Item-System das Alter des Originalspiels. Hinter einigen langweiligen Konversationen der Spielfiguren versteckt sich aber ein tiefgründiges Spiel, was in -Final Remix- noch um ein paar weitere Spielstunden ergänzt wurde.
Technik57
Umfang80
Gameplay53
Spezifisch100
Leserwertung0 Votes0
Positiv
Schön überarbeitete Grafik
Überarbeiteter Soundtrack
Touch- und Pointer-Steuerung
Deutscher Bildschirmtext
25 – 30 Spielstunden
Viele Ausrüstungsgegenschstände…
Neuer Storyteil
Viele Pins
Spannende und spaßige Kämpfe…
Mehrspielermodus
Tin Pin Slammer – Multiplayer
Tiefgründige Geschichte
Negativ
Veraltete Cutscenes
Keine Synchronisation
Pointer muss häufig rekalibriert werden
Viele lückenfüller Gespräche
Ausrüstung ohne wirkliches System
Angriffe werden nicht richtig erkannt
Repetetive Missionen
Viel Rumrennen
73
Wertung

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