Crackdown 3 im Test – Ein netter Versuch, aber eben nicht mehr

Quelle: Microsoft
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Wertung

Im Jahr 2014 wurde der dritte Serienableger Crackdown 3 von Microsoft angekündigt. Nach vielen Jahren der Entwicklung und der etlichen Verschiebungen ist es nach fünf Jahren endlich soweit. Crackdown 3 erscheint am 15. Februar exklusiv für die Xbox One und den PC. Hat die lange Entwicklungszeit dem Spiel gut getan und können die Entwickler einhalten, was sie den Fans versprochen haben? Das und noch viel mehr könnt ihr in unserem Test lesen.

Achtung: Da in unserer Testversion der Multiplayer nicht enthalten war, fliest dieser selbstverständlich nicht in die Wertung mit ein. Nur der Singleplayer wird bewertet!

Es war ein sehr langer Weg

Im Jahr 2014 wurde ein vielversprechendes Projekt angekündigt – Crackdown 3. Die Entwicklung übernahmen mehrere Studios, darunter Sumo Digital und Reagant Games, um die unterschiedlichen Aufgaben besser und effektiver zu verteilen. Das besondere an dem Spiel sollte die komplett zerstörbare Umgebung sein. Da die Xbox One nicht leistungsfähig genug ist um die physikalischen Berechnungen alleine stemmen zu können, bedienen sich die Entwickler der Cloud-Technologie. Hierbei übernehmen dedizierte Server den physikalischen Teil, während die Konsole in unserem Wohnzimmer den Rest erledigt. So zumindest die Theorie. Da jedoch die Cloud-Technologie zur damaligen Zeit noch am Anfang stand lief die Entwicklung nicht so reibungslos wie erhofft. Die Konsequenz der unerwarteten Probleme war eine andauernde jährliche Verschiebung. Die Entwickler wussten, als sie mit der Entwicklung von Crackdown 3 begonnen haben, dass es ein technologisches Schwergewicht werden würde. Ein Azure betriebener Multiplalyer und eine komplett zerstörbare Umgebung benötigen viel Zeit. Jetzt stellt sich für uns nur eine Frage. Hat sich das lange Warten gelohnt?

New Providence braucht unsere Hilfe

Wir müssen uns für einen der vier Schwierigkeitsgrade entscheiden, bevor wir die Kampagne starten und uns ins Gemetzel stürzen. Danach können wir aus insgesamt sechs Charakteren (Terry Crews inbegriffen) auswählen. Jeder dieser Agenten hat zwei Vorteile, beispielsweise 5% mehr Erfahrung und 10% mehr Kraft. Wir können den Charakter jederzeit in einem der uns vorhandenen Nachschubpunkte wechseln, sollten wir mit unserer Wahl nicht zufrieden sein.

Quelle: Microsoft

Das Intro beginnt in einer fliegenden mobilen Basis der Agency- einem modernen Flugzeug. Eine digitale Version von Terry Crews kommt den Gang entlang geschritten und betritt den Briefingraum. Seine Crew, bestehend aus den bestausgebildetsten Agenten, wartet bereits auf ihn. Der Commander erläutert energisch die aktuelle Situation und gibt die Missionsziele bekannt. Berichten zufolge haben in mehreren Städten sogenannte Verdunklungsangriffe stattgefunden. Plötzlich explodiert vor dem Flugzeug eine Rakete, eine grüne Impulswelle breitet sich aus und zerstört die mobile Basis. Unsere gesamte Crew verlor bei diesem Angriff ihr Leben und nur wir haben schwer verletzt überlebt. Wir werden von einer Rebellengruppe gerettet und in deren Basis in New Providence gebracht. Dort leitet man den Regenerierungsprozess ein, um unser Leben zu retten. Nach unserer vollständigen Genesung erfahren wir wer sich hinter den Angriffen verbirgt. Es war eine kriminelle Organisation namens Terra Nova. Ihr Ziel ist die totale Kontrolle der angegriffenen Städte. Deshalb müssen wir New Providence Stück für Stück zurückerobern und Terra Nova eliminieren.

Das Tor zur Stadt

Bevor wir in New Providence Chaos stiften können, müssen wir die Basis unserer Retter außerhalb der Stadt verlassen, welches zugleich als Tutorial fungiert. Wir erfahren, dass wir durch den Regenerierungsprozess unsere Skills verloren haben und erlernen die Steuerung des Spiels. Gleich zu Beginn sammeln wir einen grünen Orb ein, welcher unsere Wendigkeit verbessert. Solche grünen Orbs sind in der gesamten Stadt verteilt, warten darauf von uns gefunden und eingesammelt zu werden. Draußen angekommen erblicken wir zum ersten Mal die neonleuchtende Stadt New Providence und erfahren die Ziele unserer ersten Mission. Wir müssen zwei nahegelegene von Feinden besetzte Kraftwerke einnehmen und das versperrte Tor zur Stadt öffnen. Nachdem wir beide erforderlichen Kraftwerke eingenommen, die Grundsteuerung besser beherrschen und ein paar grüne Orbs eingesammelt haben, wartet schon der erste Unterboss Wilhelm Berg auf uns. Das Movement ist recht simpel gehalten und bietet uns ein Arcade-Spielgefühl. Der Unterboss ist einfach zu besiegen, obwohl er sich durch das Areal teleportiert. Nach einem kurzen Kampf ist Wilhelm Berg besiegt und das Tor zur Stadt geöffnet. Ab jetzt können wir New Providence nach Lust und Laune erkunden und theoretisch auch zum Endboss von Terra Nova laufen sofern wir wissen wo sich dieser versteckt hält.

Eine offene Welt mit monotonem Spielprinzip

Da wir jetzt New Providence frei erkunden können, stellt sich die Frage wohin wir als nächstes gehen sollten. Die gesamte Stadt ist in mehrere Abschnitte eingeteilt und darin befinden sich die verschiedensten Standpunkte der kriminellen Organisation. Die Macht von Terra Nova basiert auf drei Säulen- Logistik, Security und Industrie. Schwächen wir mehrere Hotspots der gleichen Art, dann können wir gegen einen weiteren Unterboss antreten. Nach einem erfolgreichen Sieg erscheinen weitere Standpunkte auf der Map, die wiederum eingenommen werden wollen. Wir müssen beispielsweise Schwebebahnen, Chimera-Felder, Enforcer-Basen, Fahrzeugdepots, Propagandasäulen, Gefangenen-Hardpoints und so weiter erobern. Jeder der die Spielserie kennt, weiß das es nur um eines geht- Action, Action und noch mehr Action. In den ersten Spielstunden ist dieses einfache Prinzip amüsant, wird jedoch im fortgeschrittenen Spielverlauf sehr monoton. Das ist auch eines der Probleme die Crackdown 3 hat. Von Beginn an bleibt das Spielprinzip gleich. Damit der Spaß noch etwas länger anhält, könnt ihr gemeinsam mit einem Freund im Koop-Modus die Gegend unsicher machen und Terra Nova auseinander nehmen.

Quelle: Microsoft

Im Kampf werden wir von einem Energieschild geschützt. Bei Treffern verlieren wir Energie, welche sich jedoch nach kurzer Zeit automatisch auflädt. Eliminieren wir Feinde, wird dieser Prozess beschleunigt. Sollten wir doch einmal bei unseren Angriffen sterben, dann werden wir direkt in einem der von uns bereits eroberten Nachschubpunkte wiederbelebt. Dort können wir die gefunden Waffen verwalten (Primär-, Sekundär-, Drittwaffen und Gadgets), unseren Charakter sowie Fahrzeuge wechseln und den Fortschritt unserer Fähigkeiten überprüfen. Das Fortschrittsystem ist simpel und damit recht schnell nachvollziehbar. Feinde lassen nach ihrem Tod verschiedene Orbs fallen, die entweder unsere Wendigkeit, Stärke, Schusswaffen-, Fahrzeug- oder Sprengstofffähigkeit steigern. In New Providence bietet sich des Weiteren stets die Möglichkeit Straßenrennen und Parcours zu bestreiten. Hier sammeln wir ebenfalls Erfahrung und steigern die jeweiligen Fähigkeiten.

Aktuell sieht anders aus

Grafisch präsentiert sich Crackdown 3 in einem Cel-Shading-Look mit comichafter Grafik. Bis auf die erste Zwischensequenz, in der Terry Crews alle mit seiner energischen Ansprache auf die Mission einstimmt, sind die restlichen lediglich leicht animierte Bilder. Würde die Auflösung nicht hoch sein, könnte man glauben ein Spiel der letzten Generation vor sich zu haben. Die Texturen sind matschig, die Kantenglättung könnte eine Stufe höher und die Animationen flüssiger sein. Die wenigen Autos und Passanten in New Providence machen die Stadt unnötig leer. Von der versprochenen Zerstörung der Umgebung fehlt in der Kampagne jede Spur. Dies bleibt nur dem Multiplayer-Modus „Abrisszone“ vorbehalten, was wir sehr bedauern. Dafür bleibt die FPS-Rate größtenteils stabil. Lediglich beim Autofahren haben wir kleinere Framerateprobleme registriert. Die Steuerung ist präzise und unsere Eingaben werden ohne Verzögerung übernommen. Der Sound von Crackdown 3 erfüllt seinen Zweck und ist bestenfalls mittelmäßig.

Crackdown 3 im Test – Ein netter Versuch, aber eben nicht mehr
Fazit
Zur Ankündigung von Crackdown 3 haben uns die Entwickler und Microsoft großes versprochen- die komplett zerstörbare Umgebung. Die Erwartungen seitens der Spielergemeinschaft waren dementsprechend hoch, doch vieles verlief während der Entwicklung nicht ganz so reibungslos wie erhofft. Fünf Jahre später bekommen wir endlich Crackdown 3 und die Enttäuschung lässt sich zumindest bei mir kaum verbergen. Eine seichte Story, das simple Spielprinzip und kaum Abwechslung sind 2019 nicht mehr zeitgemäß. Würde die Auflösung nicht hoch sein, könnte man glatt glauben ein Spiel der letzten Generation vor sich zu haben. Die Texturen sind matschig, die Kantenglättung könnte eine Stufe höher und die Animationen flüssiger sein. Von der versprochenen Zerstörung der Umgebung fehlt in der Kampagne jede Spur. Dies bleibt nur dem Multiplayer-Modus „Abrisszone“ vorbehalten, welcher in unserer Testversion nicht enthalten war. Deshalb wird der Multiplayer-Modus nicht in unsere Bewertung einfließen. Die FPS-Rate ist größtenteils stabil, die Steuerung präzise und der Sound ist bestenfalls mittelmäßig. Trotzdem ist nicht alles an diesem Spiel schlecht. Jeder der die Spielserie kennt, weiß das es nur um eines geht- Action, Action und noch mehr Action. In den ersten Spielstunden ist dieses einfache Prinzip amüsant und das sammeln von grünen Orbs hat mir viel Spaß bereitet. Da es jedoch immer nur um Action geht und es kaum Abwechslung gibt, wird es im fortgeschrittenen Spielverlauf sehr schnell monoton. Crackdown 3 hätte richtig gut werden können, doch was die Entwickler abgeliefert haben ist nur mittelmäßig und wird leider schnell in der breiten Masse untergehen.
Technik
54
Umfang
48
Gameplay
60
Spezifisch
63
Leserwertung0 Bewertungen
0
Besser
Koop-Modus
grüne Orbs
einfaches Skillsystem
Auflösung
präzise Steuerung
stabile FPS
Cel-Shading-Look
Schlechter
kaum Abwechslung
keine Zerstörung der Umgebung im Singleplayer
Zwischensequenzen
Grafik nicht zeitgemäß
Sound
leere Welt
56
Wertung

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