Dragon Quest 11 Test auf der Switch – Ein Rollenspiel im perfekten Flow

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Dragon Quest 11 macht sein Debüt auf der Nintendo Switch und bringt dabei mehr Inhalte mit als je zuvor. Das Rollenspiel ist aus dem Hause Square Enix und das Charakterdesign übernimmt auch hier wieder Akira Toriyama, den man auch als Designer der Dragon Ball-Charaktere kennt. In unserem Dragon Quest 11 Test möchten wir euch nicht nur das Spiel vorstellen, sondern euch auch einen Überblick über die Neuerungen der Switch-Version bieten, wie etwa den Retro-Modus. Seid also gespannt, in welches Abenteuer ihr euch diesmal stürzen dürft.

Dragon Quest 11
Bild: Zock Around The Clock

Lernt den Lichtbringer kennen

Die Geschichten von Dragon Quest sind seit je her Heldengeschichten in Fantasy-Welten gewidmet. Während der Start von Dragon Quest 11 eher klischeehaft an Disneys Herkules erinnert – ein bedeutendes Baby wird in einer stürmischen Nacht von einfachen Leuten gefunden und aufgezogen, bis es reif genug ist die Wahrheit zu erfahren – geht es schon bald mit allerhand Überraschungen weiter. Ihr wachst also behütet im Dorf Kieslingen auf und ahnt nichts böses. Doch nach eurer Reifeprüfung, welche gleichzeitig auch die Einleitung und das Tutorial des Spiels ist, erfahrt ihr von eurer hohen Geburt als Prinz des untergegangenen Königreichs Eschenburg und der einhergehenden Rolle als Lichtbringer. Ihr verlasst schweren Herzens das Dorf um zum Königreich Heliodor zu reisen. Dort soll euch der König in eure neue Rolle einweisen. Blöderweise kommt alles ein wenig anders als erwartet und ehe ihr euch versehen könnt, seid ihr zusammen mit dem Dieb Erik auf der Flucht.

Dragon Quest 11
Bild: Zock Around The Clock

Aus dem Lichtbringer ist plötzlich der Spross der Finsternis geworden. Auf euren Reisen werdet ihr immer wieder auf die unterschiedlichsten Menschen und Gegenden stoßen. Und obwohl alle in Angst vor dem Spross der Finsternis leben, erkennt euch dann doch kaum jemand. Recht schnell findet ihr auch neue Freunde, die eure wahre Identität kennen und euch helfen wollen. Die Truppe aus sieben Charakteren könnte unterschiedlicher nicht sein. Und sie alle haben anscheinend ein wenig mehr Ahnung als ihr selbst, was euer Schicksal betrifft. Im Laufe der Geschichte werdet ihr immer wieder auf lustige Gestalten treffen, Überraschungen erleben und auch das ein oder andere Tranchen verdrücken. Tatsächlich findet sich in jedem Gebiet eine neue, interessante und mitreißende Geschichte. Die Story ist nicht furchtbar komplex, und dennoch schafft es Dragon Quest 11 im Test mit seinen Twist und Offenbarungen eine sehr gute Story-Leistung zu präsentieren.

Dragon Quest 11
Bild: Zock Around The Clock

Dragon Quest 11 Test: Stadt, Land, Fluss

Die Welt von Dragon Quest 11 besteht aus Ebenen, Städten, Dungeons und natürlich dem Meer. Für gewöhnlich führt euch euer Weg zunächst über eine Ebene. Hier findet ihr allerhand Monster, die frei herumlaufen und bei denen ihr selbst entscheiden könnt, ob ihr einen Kampf mit ihnen anfangt. Auf den Ebenen findet ihr auch immer wieder Truhen und sogenannte Funkelflecken. Die Funkelflecken beherbergen Items die ihr für die Pfiffige Schmiede gebrauchen könnt. Pfiffige Schmiede? Das Schmieden kennt ihr vielleicht schon aus älteren Teilen. Die Schmiede in Dragon Quest 11 ist noch einmal um ein vielfaches interessanter als bisher. Ihr könnt überall im Königreich Rezeptbücher finden, die euch die Anleitungen für Ausrüstungsteile geben. Jedes Rüstungsteil kann auch umgeschmiedet werden und somit sehr viel stärker werden. Ein kleines Minispiel, bei dem ihr den richtigen Schlag fürs schmieden herausfinden müsst, macht die pfiffige Schmiede nicht nur zu einem wertvollen Tool, sondern sorgt auch Spaß.

Bild: Zock Around The Clock

Ein besonderes Augenmerk wurde auf die Städte gelegt. Diese sind extrem unterschiedlich und umfangreich. Ob nun das klassische Schloss, eine Wüstenstadt oder eingeschneite Orte, ihr werdet in jeder Stadt etwas neues entdecken. Dabei sind die Städte sehr liebevoll gestaltet und ihr könnt mit fast jedem Bewohner interagieren und Nebenmissionen finden. In den Städten bekommt ihr dann meistens auch die neue Hauptmission, die ganz unterschiedlich sein können. Ihr werdet möglicherweise in einen Dungeon geschickt, um etwas zu holen, ein Monster zu besiegen oder auch mal ganz ausgefallene Dinge zu erledigen, wie an einem Turnier teilzunehmen. Habt ihr das geschafft, dann könnt ihr weiterziehen und euch der nächsten Aufgabe widmen. Obwohl das Rezept Ebene -> Stadt -> Dungeon sehr einfach erscheint, ist jede Geschichte unterschiedlich und es fühlt sich im Spiel so an, als würde man ohne große Unterbrechungen dem Storyverlauf folgen. Das macht Dragon Quest 11 sehr abwechslungsreich.

Dragon Quest 11
Bild: Zock Around The Clock

Auf in den Kampf!

Ihr wollt wissen wie die Kämpfe sind? Die einfache Antwort: Klassisch. Reihum darf jeder Charakter eine Aktion durchführen. Dabei habt ihr die eine bunte Mischung aus unterschiedlichen Klassen. Es gibt die Damage Dealer, die ordentlich Schaden machen und einstecken können. Dann gibt es Charaktere mit heilender Magie, mit Magie die den Gegnern schadet und Magie die Statusleiden hervorrufen kann. Es gibt Charaktere die mehrere Gegner gleichzeitig angreifen können. Obwohl nur vier Charaktere gleichzeitig am Kampf teilnehmen können, könnt ihr auch jederzeit durchwechseln und jeder bekommt die gleiche Erfahrung, so dass Charaktere nicht unter- oder überleveled werden können. Prinzipiell sind die Kämpfe recht einfach. Bis ihr zumindest auf den ein oder anderen Boss-Gegner trefft, da müsst ihr dann gut mitdenken und kommt schonmal ins Schwitzen. Ihr könnt euch auch aussuchen, ob ihr jeden Charakter selber steuern möchtet, oder ob diese automatisch ein bestimmtes Verhaltensmuster zeigen sollen.

Dragon Quest 11
Bild: Zock Around The Clock

Der Schwierigkeitsgrad hält sich demnach eher im unteren Bereich. Wer es dennoch ein bisschen herausfordernder haben möchte, der kann sogenannten Drakonischen Missionen annehmen. Diese ändern einige Parameter im Spiel, können Gegner dauerhaft stärker machen, euch weniger Erfahrung geben oder euch sogar verbieten Rüstungsteile anzulegen. Hin und wieder werdet ihr auf goldglänzende Monster treffen. Besiegt ihr sie, könnt ihr auf ihnen reiten und ihre speziellen Fähigkeiten nutzen. Mit dabei ist z.B. über Wasser gleiten, fliegen, springen und klettern. Apropos Fähigkeiten: Jeder Charakter besitzt einen individuellen Fähigkeitsbaum bei dem durch Lvl-Up gewonnene Talentpunkte eingetauscht werden können. So könnt ihr euren Charakter nach euren Vorlieben mit neuen Statusboni, Waffenfärtigkeiten oder neuen Zaubern ausrüsten. Insgesamt ist das Kampf-Gameplay recht vielfältig, auch wenn es dank der einfachen Gegner nicht häufig benötigt wird.

Dragon Quest 11
Bild: Zock Around The Clock

Dragon Quest 11 Test: Neues auf der Switch

Die Nintendo Switch Version muss zwar grafisch ein kleines bisschen abspecken, doch dies sieht man dank des Spiellooks kaum. Was aber auffällt, ist die Musik. Und zwar sowohl positiv als auch negativ. Während man sich auf der PS4 mit einem computergenerierten Soundtrack begnügen musste, bekommt die Switch-Version den Orchestersoundtrack spendiert. Das ist schön anzuhören. Zumindest die ersten 10 Stunden, danach wird das immer gleiche Gedudel, welches wohl eine baytische Blaskapelle eingespielt haben muss, einfach nurnoch langweilig. Jede Stadt, jede Ebene hat die gleichen Musikstücke und es gibt extrem wenig abwechslung. Das ist extrem Schade und ein dicker Minuspunkt. Neu auf der Switch Version sind dann auch einige Kostüme. Welche Kostüme das sind und wie ihr sie bekommt, dass erfahrt ihr ins unserem Tipps-Beitrag „Alle Kostüme in Dragon Quest 11“

Bild: Zock Around The Clock

Eine große Neuerung ist auch die Einführung des Land Ticklingen. Dort werdet ihr um Hilfe gebeten in verschiedene Dimensionen und Zeitalter zu reisen um dort die Geschichte wieder in den richtigen Lauf zu bringen. Im Laufe der Geschichte findet ihr immer wieder kleine Wesen, die Ticklinge, welche euch ein Passwort geben. Dieses könnt ihr in ihrem Dorf, in einer anderen Dimension, einlösen. Ihr schaltet in der Echokammer dann kleine Sondermissionen frei. Es gibt eine beachtliche Menge von ihnen und ihr könnt mit ca. 4 Missionen pro Dragon Quest Spiel rechnen. Die Missionen sind alle im Reto-Look und können von euch verlangen an den Orten einen kleinen Dungeon durchzuführen, einen Boss zu besiegen oder ein Item aus einer anderen Dimension mitzubringen. Die Missionen der Echokammer sind noch einmal eine tolle Abwechslung und bringen sehr viel zusätzlichen Umfang ins Spiel.

Dragon Quest 11
Bild: Zock Around The Clock

Dragon Quest 11 Test – Retro-Modus

Exklusiv für die Switch ist auch der Retro-Modus. In ihm könnt ihr das gesamte Spiel im Retro-Look durchspielen. Zwar findet ihr keine so coolen Cutszenes wie in der 3D-Version, dafür ist der Retro-Look einfach bezaubernd anzusehen. Dadurch, dass die Gebiete ein wenig kleiner ausfallen, seid ihr nicht so schnell hochgelevelt und das Spiel ist vom Schwierigkeitsgrad her ein bisschen knackiger. Auf den ersten Blick könnte man meinen, dass der Retro-Modus von Dragon Quest 11 noch einmal dazu motiviert das ganze Spiel durchzuspielen. Auf den zweiten Blick gibt es dann aber doch ein großes Manko: In den Kämpfen wurde sich im Gamedesign dann doch nicht so viel mühe gegeben. Alle Dinge die im Kampf passieren werden nämlich lediglich durch Text angezeigt. Ihr müsst also sehr viel mitlesen, auch sehr viele redundante Informationen. Das macht schnell müde und langweilt. Oder ihr stellt die Textgeschwindigkeit hoch und könnt nicht mehr wirklich mitlesen und bekommt nicht mit, ob nun einer eurer Charaktere ein Statusleiden oder ähnliches hat. Beides sehr mühselig. Durch das Einbauen von einfachen visuellen Markern hätte man dieses Problem umgehen können.

Bild: Zock Around The Clock
Dragon Quest 11 Test auf der Switch – Ein Rollenspiel im perfekten Flow
Fazit
Dragon Quest 11 bleibt der Reihe treu und schafft es gleichzeitig frischen Wind aufzubringen. Die Story ist nicht übermäßig kompliziert, dafür so abwechslungsreich und interessant, dass man schnell ins Spielgeschehen eingesogen wird und auch nach vielen Spielstunden keine Langeweile aufkommt. Die Welt ist unterschiedlich und abwechslungsreich gestaltet, so dass es immer etwas zu sehen gibt. Zahlreiche Neuerungen wie ein umfangreiches Fähigkeitensystem, Reittiere und die Pfiffige Schmiede sorgen für mehr Spielspaß. Leider kann man viele Fähigkeiten der Charaktere nicht ausnutzen, da die normalen Kämpfe recht einfach sind. Exklusiv auf der Switch findet ihr neue Kostüme, einen Orchestersoundtrack, der sich leider extrem wiederholt und die neuen Spezialmissionen in der Echokammer. Auch der Retro-Modus ist neu, in dem ihr das gesamte Spiel im 2D-Look durchspielen könnt. Dieser sieht zwar schön aus, doch im Kampfgameplay wurde leider ein wenig geschlampt. Insgesamt ist Dragon Quest 11 ein sehr umfangreiches, unterhaltendes und mitreißendes RPG. Perfekt für Einsteiger und Fans der Serie.
Technik
80
Umfang
100
Gameplay
85
Spezifisch
100
Leserwertung1 Bewertung
85
Positiv
Extrem Abwechlungsreich
Individuelle Fähigkeitsbäume
Belebte Städte
Pfiffige Schmiede
Jede Menge Nebenmissionen und Sammelbares
Orchestersoundtrack
Mitreißende Story
Retro-Modus
Echokammer
Negativ
Soundtrack wiederholt sich stark
Sehr einfache Kämpfe
Schlechtes Kampfdesign im Retro-Modus
90
Wertung

Nina van Aken
Irgendwann hab ich dann meine Freunde Indi, Lara und den Barbaren von Diablo II zurückgelassen um mich erwachsenen Themen zu widmen: Meiner ersten Liebesbeziehung mit Link. Sinneserweiternde Trips durch bunte Tunnel mit Rayman. Und natürlich meiner Karriere: 150 Pokémon, ja das sind wirklich viel. Doch ich will Pokémon Meister sein. Das ist mein Ziel!

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