Luigi‘s Mansion 3- ein gespenstisches Abenteuer mit Hindernissen?

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Beliebte Spielehelden wie zum Beispiel Super Mario, Donkey Kong und Link, haben alle ihre eigenen Spiele. Selbst Nebenfiguren wie Peach hat Super Princess Peach, Yoshi hat Yoshi’s Island und Wario hat eine ganze Reihe eigener Spiele. Natürlich hat auch Luigi mit Luigi’s Mansion seine persönlichen Auftritte vor den Fans, jedoch lies die Fortsetzung ganz schön lange auf sich warten. Nun ist es endlich soweit und der dritte Teil erscheint pünktlich zu Halloween auf der Nintendo Switch. Ob Luigi’s Mansion 3 immer noch so gespenstisch ist und auf der Switch eine bessere Figur macht, erfahrt ihr in unserem Test.

Ein hinterhältiger Gewinn

Unsere Spielhelden arbeiten täglich sehr hart und nach Mario Kart, Mario Odyssee, Captain Toad Treasure Tracker und Super Mario Maker, ist es endlich mal Zeit für ein wenig Erholung. Diese Möglichkeit bietet sich den beliebten Charakteren nun in Luigi’s Mansion 3. Gut das Luigi und seine Freunde einen Aufenthalt im glamourösen Hui Hotel gewonnen haben. Kaum sind die Urlauber mit dem Bus angekommen, werden diese auch schon wie VIPs mit einem großen Buffet empfangen. Doch irgendwas erscheint uns komisch am Personal. Macht nichts. Wir wollen nur einchecken, unsere Zimmer beziehen und relaxen. Luigi legt sich mit Doggy (Geisterhund) auf das Bett, schnappt sich sein Buch und schläft sofort ein. Mitten in der Nacht werden wir durch eine schreiende Prinzessin Peach aus dem Schlaf gerissen.

Quelle: Nintendo

Wir beschließen der Sache auf den Grund zu gehen und verlassen unser Zimmer. Am Gang verschwindet der goldene Glanz des Hotels und unsere Unterkunft verwandelt sich in ein Alptraum. Wir durchsuchen jedes Zimmer nach unseren Freunden, doch diese sind spurlos verschwunden. Kaum sind wir beim Aufzug angekommen, begrüßt uns nicht nur die Hotelinhaberin Sarah Schreck, sondern auch unser entflohener und gefangen geglaubter Feind König Buu Huu. Laut seinen Erzählung ist er aus dem Labor von Professor Gridd geflohen, um endlich die perfekte Rache an uns nehmen zu können. Unsere Freunde wurden in Gemälde gebannt und wir sollten uns ebenfalls dazugesellen. Das wollen wir natürlich verhindern. Wir fliehen den Flur entlang und springen kurzerhand in den dunklen Wäscheschacht. Einen Preis wird die Geschichte nie abräumen, aber zumindest erfüllt diese ihren Zweck.

Luigi und Professor Gridd- ein unschlagbares Team

All unsere Freunde sind in Bildern gefangen, das Hotel ist voller Geister und wir können uns nicht verteidigen. Höchste Zeit um die unteren Ebenen nach etwas nützlichem zu durchforsten. In der Tiefgarage von Luigi’s Mansion 3 finden wir einen Staubsauger- den Schreckweg FL-U. Kaum ausgerüstet und die Basisifunktionen erlernt, erscheinen auch schon die ersten Geister. Etwas später finden wir die Düsterlampe, welche scheinbar Unsichtbares erneut sichtbar macht. Diese neue Funktion wenden wir gleich bei einem entdeckten Gemälde von Professor Gridd an und befreien diesen. Leider wurde unser Freund ebenfalls von der Hotelinhaberin hereingelegt und all seine Geister aus seiner Sammlung befreit. Als nächstes sollten wir Professor Gridd schnellstens in die Tiefgarage bringen, damit dieser sein mobiles Labor aufbauen kann.

Quelle: Nintendo

Doch bevor das Labor einsatzbereit ist, müssen wir einen Boss besiegen und erhalten zur Belohnung die ersten verschwundenen Aufzugsknöpfe. Durch die Knöpfe sind neue Ebenen des Hotels begehbar und die Spielwelt wird jedes Mal ein Stück größer. Nachdem das Labor seinen Platz hat, erhalten wir ein weiteres Gerät- den Virtual Boo. Dieses Gerät sieht dem Virtual Boy zum verwechseln ähnlich und dient uns nicht nur als Kommunikator, sondern auch als Questbuch. Unsere nächste Aufgabe ist es den Detektorgraphen im Aufzug zu installieren. Mithilfe des Detektorgraphen werden, sobald wir weitere Knöpfe dem Aufzug hinzufügen, neue Kartendetails in den Virtual Boo geladen. Wie man gut erkennen kann, ergänzen sich beide Charaktere sehr gut. Luigi bekommt tolle Ausrüstung spendiert und Professor Gridd erhält seine Geistersammlung zurück. Nun sind wir bereit, die Ausrüstung ist komplett und unsere Rettungsmission kann beginnen.

Bekanntes Spielprinzip mit vielen frischen Ideen

Wer schon die Vorgänger von Luigi’s Mansion 3 gespielt hat, wird das Spielprinzip bereits kennen. Das Bewegungssortiment bestehend aus Laufen, Saugen, Pusten, Strobo-Licht und Interagieren, wurde zusätzlich um Schwarzlicht, Pümpel-Kanone sowie Druckwelle erweitert. Dadurch wird dem Spieler ein frischeres Gameplay ermöglicht und neue spannende Rätsel geboten. Mithilfe des Schwarzlichts können wir beispielsweise einzelne Geister verfolgen; mit dem Pümpel die Schilder wegnehmen und mit der Druckwelle werden Gegnergruppen auf Abstand gehalten. Eine weitere Hilfe ist die grüne, glibberige und schleimige Kopie des Protagonisten- Fluigi. Nur Fluigi ist dank seiner Beschaffenheit in der Lage, bestimmte Regionen des Levels zu erreichen, indem er zum Beispiel durch ein enges Rohr flutscht, sich durch ein Gitter zwängt oder durch Stacheln läuft.

Quelle: Nintendo

Einziger Nachteil dieser zusätzlichen Möglichkeiten- die Steuerung wird komplizierter. Was mir gleich zu Beginn des Spiels aufgefallen ist, ist die grandiose Detailverliebtheit der Entwickler. Spinnweben in den Ecken, alte Möbel füllen die leeren Zimmer, knarrender Boden im Flur, trockene Zimmerpflanzen, Mondlicht scheint durch die desolaten Fenster des Hauses und zerrissene Vorhänge bewegen sich durch die hereinströmende Luft. Die Entwickler haben sich viel Mühe gegeben, sehr detailliert gearbeitet und die passende Atmosphäre erzeugt. Was ebenfalls nicht unerwähnt bleiben sollte, sind die abwechslungsreichen Etagen. Vom Konzertbereich, Filmstudio, Ökohaus, Museum, Welt der Wunder bis hin zur Disko, ist für jeden Geschmack etwas dabei. Nach jeder Etage war ich stets gespannt, welches Thema nun auf mich zukommen würde. Wer noch mehr im Haus zu tun haben will, der kann versuchen alle Juwelen jeder einzelnen Ebene zu finden.

Gemeinsam auf Geisterjagd

Wer sich nicht alleine durch das Spuckhaus in Luigi’s Mansion 3 kämpfen möchte, der kann dies auch gemeinsam im Koop-Modus mit einem Freund tun. Der Wechsel vom Singleplayer in den Koop-Modus ist jederzeit per Knopfdruck im Menü möglich. Fluigi ist natürlich eine gewisse Hilfe, verfügt jedoch über gewisse Einschränkungen. Dazu zählen eine geringere Lebensenergie, keine Türen öffnen zu können und eine maximale Entfernung zu Luigi. Eine weitere Möglichkeit um gemeinsam das Spiel genießen zu können ist der Wirrwarrturm (online oder lokal). Im vom Vorgänger bekannten Jäger-Modus, können wir im Team wahlweise fünf oder zehn Etagen von Geistern befreien. Pro Stockwerk haben wir eine gewisse Zeitvorgabe und deshalb ist ein gutes Zusammenspiel der Teammitglieder notwendig. Das Team mit den meisten gesammelten Punkten, hat nach Beendigung aller Etagen, gewonnen.

Sollte euch der Wirrwarrturm nicht ausreichen, dann gibt es da noch den Polterpark mit drei unterschiedlichen Modi:

  • Geisterjagd: Das Team, welches durch Besiegen von Geistern mehr Punkte sammelt. Manche Geister bringen mehr ein als andere und es könnte möglich sein, dass sich irgendwo auch eine besonderer Geist versteckt.
  • Pool-Münzjagd: Jenes Team, welches die meisten Münzen sammelt. Werdet ihr von einer Explosion getroffen, verliert ihr alle Münzen.
  • Kanonade: Es gewinnt jenes Team, welches durch das Treffen der Ziele mehr Punkte sammelt. Eine gute Zusammenarbeit beim Kugelsammeln, Laden und Feuern ist für den Sieg essentiell. Wer besonders gemein sein möchte, kann auch Kanonenkugeln per Saugschuss vom anderen Team stehlen.

Überzeugende Technik

Über die Kreativität der Entwickler und deren Einfallsreichtum habe ich bereits lobend berichtet. Auch bei der Technik von Luigi’s Mansion 3 gibt es kaum etwas auszusetzen. Die Auflösung ist sowohl im Dock-Modus als auch im Handheld-Modus (aufgrund der höheren Pixeldichte) stets hoch. Das liegt mitunter daran, dass die Fortsetzung hauptsächlich im inneren des Hotels spielt. Die Hardware der Switch muss keine offene Welten berechnen und kann deshalb scharfe Texturen, leicht geglättete Kanten sowie die Farben knackig darstellen. Eine etwas höhere Kantenglättung wäre dennoch wünschenswert gewesen. Die Steuerung reagiert zwar zu jeder Zeit präzise, aber aufgrund des erweiterten Bewegungssortiments ist diese schwerer zu meistern. Die FPS-Rate ist durchgehend stabil und vereinzelte Ruckler sind mir nicht aufgefallen. Neben der tollen Stimmung, der Kreativität und der Grafik, untermalt der tolle Soundtrack passend die Situationen am Bildschirm.

Luigi‘s Mansion 3- ein gespenstisches Abenteuer mit Hindernissen?
Fazit
Luigi’s Mansion 3 ist nur fast eine perfekte Fortsetzung geworden. Leider haben einige Kleinigkeiten einen perfekten Gesamteindruck getrübt. Das bestehende Bewegungssortiment wurde zusätzlich um Schwarzlicht, Pümpel-Kanone sowie Druckwelle erweitert. Dadurch wird dem Spieler ein erweitertes Gameplay geboten und neue spannende Rätsel ermöglicht. Einziger Nachteil dieser zusätzlichen Möglichkeiten- die Steuerung wird dadurch komplizierter . Neben der tollen eingefangenen Stimmung, der Kreativität der abwechslungsreichen Level und der soliden Grafik, untermalt der gute Soundtrack passend jede Situationen am Bildschirm. Wer sich nicht alleine durch das Spuckhaus kämpfen möchte, der kann dies auch gemeinsam im Koop-Modus, im Polterpark oder im Wirrwarrturm (online und lokal) tun. Leider sind die einfache Story, die etwas komplexere Steuerung und die schwächere Kantenglättung einer überragender Wertung im Wege gestanden. Nichtsdestotrotz ist Luigi’s Mansion 3 eine mehr als würdige Fortsetzung, welche ich bis zur letzten Minute genossen habe.
Technik
86
Umfang
90
Gameplay
86
Spezifisch
100
Leserwertung1 Bewertung
86
Besser
Auflösung
stets stabile FPS
toller Soundtrack
abwechslungsreiche Etagen
erweitertes Bewegungssortiment
viele liebevolle Details
kreatives Leveldesign
solider Multiplayer
Koop-Modus
Schlechter
bessere Kantenglättung wünschenswert gewesen
komplexere Steuerung
simple Story
91
Wertung

Philipp Ondracek
Meine erste Konsole war ein SNES aus dem Hause Nintendo. Damals passierte folgendes, ich verliebte mich in Videospiele. Seitdem lässt mich das Medium nicht mehr los und aus der anfänglichen Liebe wurde eine Leidenschaft. Bis heute hat sich diese Lebenseinstellung nicht geändert. Mein Herz gehört auf ewig Mario und dem Masterchief. Diese Spiele haben mich viele Stunden gekostet, welche ich jederzeit wieder opfern werde.

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